Menstruationshütten

Gefährlicher Brauch gefährdet Frauen in Nepal

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PURBICHAUKI. Wieder ist in Nepal eine Frau in einer sogenannten Menstruationshütte gestorben. Die 21-Jährige sei wahrscheinlich am Rauch eines Feuers erstickt, an dem sie sich gewärmt habe, teilte die Polizei im Westen des Himalaya-Staates am Montag mit.

Die Frau hatte den Angaben zufolge während ihrer Periode in einem leerstehenden Haus in der Nähe ihres Zuhauses im Dorf Purbichauki geschlafen, weil die gemeinschaftliche Menstruationshütte des Ortes voll war. Nach dem „Chhaupadi“ genannten Brauch werden hinduistische Frauen während ihrer Monatsblutung des Hauses ihrer Familie verwiesen.

Sie müssen mindestens vier Tage lang in Kuhställen oder an anderen entfernt vom Haus liegenden Orten leben. Da sie als unrein betrachtet werden, dürfen die Frauen in der Zeit keine Menschen und Rinder sowie kein Obst und Gemüse berühren.

Der Brauch steht seit Kurzem in Nepal unter Strafe, hält sich aber als tief verwurzelte Tradition hartnäckig unter Hindus im Westen des Landes.

Vor wenigen Wochen waren eine Frau und ihre zwei Söhne beim Brand einer Menstruationshütte im Westen Nepals ums Leben gekommen.

Nach Angaben von Frauenrechtlern sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens 13 Frauen in Nepal gestorben, während sie aus ihren Häusern verbannt waren – etwa an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen.

Auch im mehrheitlich hinduistischen Nachbarland Indien werden Frauen im gebärfähigen Alter diskriminiert, etwa indem ihnen der Zutritt zu Tempeln verwehrt wird. (dpa)

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