Gesellschaft

Gesundheitsexperten warnen vor Klimawandel

BERLIN (ble). Hitzewellen, steigende Pandemiegefahr, mehr Hautkrebstote: Deutschland und die Welt stehen nach Ansicht von Gesundheitsexperten vor großen gesundheitlichen Herausforderungen durch den Klimawandel.

Veröffentlicht: 04.04.2008, 05:00 Uhr

Dabei sind die Folgen der Erderwärmung nach Ansicht des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Professor Jörg Hacker, in Deutschland bereits heute sichtbar: So hätten die Hitzewellen der vergangenen Jahre einen direkten Effekt auf die Sterblichkeit vor allem von älteren Menschen gehabt, sagte er auf einer Veranstaltung in Berlin zum Weltgesundheitstag 2008, der am kommenden Montag begangen wird.

Wahrscheinlich sind Hacker zufolge auch Einflüsse der wärmeren Witterung auf die zunehmende Verbreitung von einheimischen Infektionserkrankungen, etwa Borrelien oder FSME, oder von Darmerkrankungen. Auch bei importierten Infektionen seien steigende Fallzahlen zu beobachten, etwa beim Denguefieber oder Leishmanien.

Die stellvertretende Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation in Europa, Susanne Weber-Mosdorf, appellierte an die reichen Staaten, ihrer Verantwortung für eine bessere Gesundheitsversorgung in den armen Ländern nachzukommen - auch um den Ausbruch von Pandemien zu verhindern. In den vergangenen 40 Jahren seien 39 neue Krankheitserreger entdeckt worden, darunter Aids oder Ebola. Zudem breiteten sich alte Seuchen wie die Tuberkulose wieder aus, etwa in Osteuropa. In Litauen gebe es inzwischen bei 90 Prozent der Infektionen eine Antibiotika-Resistenz, sagte Weber-Mosdorf.

Die Gesundheitssysteme vieler armer Staaten seien zu einer Pandemievorsorge nicht in der Lage. So gäben 20 Prozent aller Staaten weniger als 15 US-Dollar pro Einwohner und Jahr für die Gesundheit aus. Dabei seien es gerade die armen Länder, etwa in Afrika, die am stärksten unter dem Klimawandel litten.

STICHWORT

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Gegründet wurde sie am 7. April 1948. Seitdem begeht sie jährlich an diesem Tag den Weltgesundheitstag. Der WHO gehören 193 Staaten an, mit deren Beiträgen sie sich finanziert. Hauptzahler sind die USA, Japan und Deutschland. Die WHO beschäftigt 8000 hauptamtliche Mitarbeiter und unterhält 142 Länderbüros.

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