Deutschland

"Homo-Ehe" boomt

In Deutschland gibt es immer mehr gleichgeschlechtliche Paare mit eingetragenen Partnerschaften. Die Quote hat sich seit 2006 verdoppelt.

Veröffentlicht: 04.03.2013, 19:00 Uhr
Verliebte Männer Hand in Hand: Nur wenige männliche Pärchen haben Kinder.

Verliebte Männer Hand in Hand: Nur wenige männliche Pärchen haben Kinder.

© Michael Reichel / dpa

BERLIN. In Deutschland gab es im Jahr 2011 etwa 67.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Ihre Zahl ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit 1996 um rund 29.000 gestiegen.

2011 gab es 27.000 Lebensgemeinschaften von Frauen und 40.000 von Männern. 40 Prozent (27.000) der gleichgeschlechtlichen Paare lebten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ("Homo-Ehe"). Ihre Quote hat sich seit 2006 (19 Prozent) ungefähr verdoppelt.

Kinder fast nur bei Frauenpaaren

In den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften lebten ganz überwiegend keine Kinder (in 63.000 von den rund 67.000). Nur etwa 7000 Kinder, davon 6000 unter 18 Jahren, wohnten bei Elternteilen gleichen Geschlechts - laut Statistik fast nur bei Frauenpaaren.

Die Zahlen beruhen auf dem Mikrozensus 2011. Wegen der geringen Datenbasis und der Freiwilligkeit bei der Angabe zu einer Lebenspartnerin oder einem Lebenspartner dürften sie dem Statistischen Bundesamt zufolge eine Untergrenze darstellen. (dpa)

Mehr zum Thema

COVID-19-Pandemie

Spahn: Corona-Impfungen schon im Dezember denkbar

Tagesaktuelle RKI-Zahlen

Das Corona-Infektionsgeschehen in den Kreisen

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Dieter Huelsekopf

Zur Sache ,bitte!

Seit meiner Schulzeit kenne ich die Diskussion um das bedrohliche Aussehen unserer Bevölkerungspyramide. Zu wenig Nachwachsende, zu viele Alte.
Die Tatsache eines Geburtenmangels ist unbestritten hinsichtlich der deutschen Gesellschaft.
Die Frage lautet: soll die Lebensgemeinschaft, in die hinein mit der größten Wahrscheinlichkeit Kinder geboren werden, eine besondere Förderung erhalten?
Eine Antwort auf diese Frage lässt sich sicher vollkommen losgelöst von begleitenden Diskriminierungsdebatten finden.

Dr. Horst Grünwoldt

Homo-Ehe-Gleichstellung

Seit Urzeiten und bis in unsere moderne Gesellschaft ist traditionell die heterosexuelle Eheschließung die Keimzelle der Familiengründung mit (genetisch) gemeinsamen Kindern als natürliches Ziel. Gewiß hat es immer schon homosexuelle Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen latent gegeben. Neuerdings machen die sich verstärkt öffentlich auf unsäglichen "Love parades" u.ä., obwohl es eigentlich um etwas sehr Intimes geht.
Nunmehr sollen diese in den zivilisierten Ländern nicht nur geduldet, sondern sogar im Ehe- und Steuerrecht gleichgestellt werden. Und dies, obwohl eigentlich Ungleiches in einer gerechten Welt nicht gleich behandelt werden kann.
Wo sind die Stimmen der tausendfach studierten Soziologen und Demoskopen (MPI/Rostock? und Herr Birch, Uni Bielefeld?), die die aufgeregten sachfremden Politiker und Juristen professionell beraten könnten und ihre fachlichen Prognosen einbringen müssen?
Wollen die uns nach Abschaffung des Patriarchats in eine zunehmend matriarchalische Zivilisation zurückführen lassen? Schließlich ist nach wie vor die männliche Homo-Beziehung ("Schwulen") nur eine marginale Erscheinung, wohingegen die weibliche Homosexualität ("Lesben") traditionell viel verbreiteter sein dürfte und der große Gewinner sein würde.
Jedenfalls werden beide homosexuellen Parteien die rechtliche und steuerliche Gleichstellung mit Kußhand anstreben, obwohl die "schwulen" Männer bekanntlich in ihrem Narzismus nicht besonders kinderfreundlich sind.
Und die "Lesben" werden sich gewiß -wenngleich auch meist in späteren Jahren nach ihrer "Selbstverwirklichungs-Epoche"- ihre männlichen (genetischen) Erzeuger außerehelich suchen und alleine mit Freundin aufziehen. Dabei kommen sie -neben der großen Freude am eigenen Nachwuchs- auch noch in den Genuß des Kindesunterhalts. Dennoch wird dies keinen Reproduktions-Schub bringen, sondern eher die Rate sich bei max. 1,0 Kinder/Frau, anstelle bisher 1.6 einpendeln.
Pädagogen und Psychologen haben seit langem schon fetgestellt, daß i.d.R. alleinerzogenen Kindern etwas fehlt: Das Spannungsfeld zwischen den getrenntgeschlechtlichen , und damit die wichtige und sittlich geschützte Lebenserfahrung zwischen Vater/ Tochter und Mutter/Sohn in der kindlichen Entwicklung.
Die kann bekanntlich durch einen Onkel oder eine Tante nicht ersetzt werden. Daß alleinstehende Kinderlose, sofern sie unbescholten sind, auch andeswo "ungewollte" Kinder adoptieren können, ist doch selbstverständlich. Die dürften in einer Homo-Ehe nach m.E. aber nur einem Partner als "Anker"- Frau oder Mann zugesprochen werden, weil sich vermutlich solche Partnerschaften eher auflösen, als das in der Mamma/Papa-Kinder- Ehe geschieht.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Der für den Impfstoff genutzte Virus-Vektor: Er basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Adenovirus, das nach der Impfung die Oberflächen-Spike-Proteine von SARS-CoV-2 präsentiert.

SARS-CoV-2-Impfstoff

Vektor-basierte Corona-Vakzine mit 70 Prozent Wirksamkeit

Einen neuen Blick auf die Infektionszahlen fordert eine Gruppe von Experten.

COVID-19

Experten wollen weg von 7-Tage-Inzidenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besuchte am Montag das Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau.

COVID-19-Pandemie

Spahn: Corona-Impfungen schon im Dezember denkbar