"Jeder ist vom ungeheuren Ausmaß der Krise überwältigt"

NEU-ISENBURG (Smi/ag). Hilfsorganisationen befürchten, daß sich die Situation in der sudanesischen Krisenregion Darfur in den nächsten Wochen aufgrund der einsetzenden Regenzeit dramatisch verschlechtern könnte.

Veröffentlicht:

So warnte die deutsche Sektion von "Ärzte ohne Grenzen" am Freitag vor Cholera- und Malaria-Epidemien, da die unhygienischen Verhältnisse in den Flüchtlingslagern eine "Zeitbombe" seien. Durch den Regen würden die Fäkalien durchs Lager gespült und verseuchten am Ende das Trinkwasser. Auch die Versorgung mit Hilfsgütern werde sich verschlechtern, da sich die sandigen Pisten bei einsetzendem Regen in Schlammlöcher verwandelten.

Für das Rote Kreuz sei der Einsatz in Darfur momentan der größte Einsatz weltweit, teilte DRK-Mitarbeiter Fredrik Barkenhammar mit. Das Deutsche Rote Kreuz ist derzeit in der Provinzhauptstadt El Fasher tätig. Hier haben etwa 65 000 Flüchtlinge Schutz gesucht. Zwei Drittel von ihnen litten an Unterernährung, so Barkenhammar. Seine Organisation habe eine mobile Gesundheitsstation aufgebaut, in der ein Team mit sechs Ärzten, Technikern und einem Krankenpfleger arbeite. Täglich würden hier 100 bis 200 Sudanesen behandelt. Die meisten von ihnen litten an Durchfallerkrankungen, Malaria und Unterernährung.

Gerade hat das DRK 35 Tonnen Protein-Kekse für Kinder unter fünf Jahren eingeflogen, die in Zusammenarbeit mit dem Sudanesischen Roten Halbmond und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz im Flüchtlingslager verteilt werden. Damit könne man etwa 10 000 unterernährte Kinder für einen Monat versorgen. Ein "Tropfen auf den heißen Stein" nannte Barkenhammar diese Soforthilfe. "Jeder ist von dem ungeheuren Ausmaß der Krise überwältigt", ergänzte DRK-Teamarzt Dr. Richard Munz. "Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Krankmeldungen via Telefon: Wider den Wartezimmer-Zwang

Im Kampf gegen Leukämie und maligne Lymphome

Auf der Suche nach Stammzellspendern

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Patient mit juckendem Ausschlag: Irrwege bis zur richtigen Diagnose

Lesetipps
Eine Frau sitzt vor ihrem Laptop und leidet unter einer Hitzewallung

© Diane Diederich / Getty Images / iStock

Cochrane-Review

Wechseljahre: Das sind die Vorteile und Risiken der oralen Hormontherapie

Nur noch Kerzen erleuchten die Fenster eines Wohnhauses in Berlin. Nach dem Brand einer Kabelbrücke sind im Südwesten tausende Haushalte und Betriebe ohne Strom.

© Carsten Koall/dpa

Update

Praxen im Südwesten betroffen

Wieder Stromausfall in Berlin: Kollege Sommer berichtet von seinen Erfahrungen

Eine Frau hält ihrem bettlägerigen Mann die Hand.

© openlens / Stock.Adobe.com

Fünf Szenarien durchgespielt

Was bei einem palliativmedizinischen Notfall Priorität hat