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"Jogging für die Seele" - Lachen in der Klinik

Von Margarete Dreßler Veröffentlicht:

Kinder, die schwerkrank sind und im Krankenhaus liegen, haben das Lachen meist verlernt. Eltern, die ein todkrankes Kind haben, ist nicht nach Lachen zumute. Ärzten und Schwestern, die kaum Hoffnung auf das Überleben, erst recht keine auf Heilung ihrer jungen Patienten haben, ist das Lachen vergangen.

Und doch, so heißt es bei "Tage des Lachens" im Münchner Kinderkrankenhaus Dritter Orden, sollen sie alle lachen. Lachen, damit es ihnen besser geht, lachen, damit sie ihre Situation besser verkraften, lachen, damit sie ihren schweren Job noch besser machen können.

Kranken Kindern fällt das Lachen oft leicht

Lachen im Krankenhaus gehört für Professor Jochen Peters, Chefarzt der Kinderklinik Dritter Orden, längst zum Alltag. Kranke Kinder fänden ihr Lachen meist leichter wieder als ihre Angehörigen. "Sogar auf den Intensivstationen geht es, auch im Beisein der Eltern, oft richtig lustig zu. Kinder haben so viel Lebenskraft und Energie. Diese Energie der Kinder springt auch auf die anderen über."

Klink-Clowns gehören seit Jahren zum Alltag im Dritten Orden. Durch die positive Erfahrung mit den Clowns ermutigt, befürwortet Peters Lach-Yoga-Kurse für Ärzte und Pflegepersonal der Klinik. Es sei ein Ansatz, der beachtenswert sei, und man werde sich in der Klinik damit befassen. Eine Einführung für das Pflegepersonal hat bereits stattgefunden.

Gerade Menschen, die oft so Übermenschliches leisten im Dienste kranker Menschen, könnten durch diese therapeutischen Übungen Entspannung erfahren, von Streß befreit werden, wieder neue Kraft schöpfen, so Dr. Hans Fritz, Geschäftsführer des Arzneimittelherstellers Essex Pharma, der die Aktion "Tage des Lachens" nach einem Konzept der Münchner Agentur Communication Presse und PR initiiert hat.

Lach-Yoga-Kurse für Ärzte, Pflegepersonal und Eltern

Prominente Unterstützung erfährt das Projekt durch das Schauspielerehepaar Michaela Merten und Pierre Franckh und den Tenor Gregor Prächt. Die "Tage des Lachens" sind ein Pilotprojekt an Münchner Kinderkliniken, sind aber auch als bundesweites Projekt vorgesehen. Ziel der Aktion ist eine nachhaltige positive Wirkung auf den belastenden Klinikalltag.

An den "Tagen des Lachens" gehen "Peaceworker", Mitarbeiter und prominente Unterstützer der Organisation Children Smile, von Zimmer zu Zimmer und besuchen die Patienten. Bei bunten Kindernachmittagen wird gesungen, gemalt und vorgelesen. Es gibt ein Puppentheaterstück, das eigens für die "Tage des Lachens" geschrieben worden ist, und eben Lach-Yoga-Kurse für Ärzte, Pflegepersonal und Eltern.

Was aber ist Lach-Yoga eigentlich? Heiner Uber, Journalist, Buchautor und Lach-Yoga-Experte erklärt: Beim Lach-Yoga werde nach dem Vorbild des Hatha-Yoga durch bestimmte Atemübungen- und Techniken auf rein physiologischem Weg Lachen ausgelöst, auch dann, wenn der betreffenden Person überhaupt nicht zum Lachen sondern eher zum Weinen zumute sei. Künstlich provoziertes Lachen wirke sich aber positiv auf die körperlichen und seelischen Funktionen aus.

Lachen mache einfach froh, auch wenn eigentlich kein Grund dafür vorhanden sei. Mit Lach-Yoga, so Uber, könne man unglückliche Menschen glücklich machen. Außerdem soll Lach-Yoga sehr gesund sein: "Das Immunsystem wird angeregt und gestärkt. Lachen entstreßt und entspannt. Lachen regt das Zwerchfell an, die darunter liegenden Organe werden regelrecht massiert, nach dem Essen können zwei Minuten Lach-Yoga die Verdauung fördern.

Durch das Lachen nimmt der Körper vermehrt Sauerstoff auf. Die Schmerzempfindlichkeit sinkt beim Lachen, Lachen kann möglicherweise sogar entzündungshemmend wirken. Lachen ist Jogging für die Seele, Lachen bringt innere Ruhe und Gelassenheit."

Menschen, die anderen Menschen helfen, besonders also Ärzte und Klinikpersonal, brauchten Lach-Yoga am nötigsten, so Uber. Seine Vision: Weltweit sollte jede Firma, vor allem jede Klinik, eine Lachecke haben, in der die Mitarbeiter Lach-Yoga betreiben können, und wenn es auch nur in der Kaffeepause wäre.

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