Gesellschaft

Kampagne will über Leben mit Parkinson aufklären

FRANKFURT (Smi). Etwa 1,2 Millionen Menschen in Europa leiden an Morbus Parkinson, aber trotz der hohen Zahl von Betroffenen sind die alltäglichen Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert werden, nur wenig bekannt.

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Muhammad Ali leidet seit Jahren an Parkinson.

Muhammad Ali leidet seit Jahren an Parkinson.

© Foto: dpa

Das will die Europäische Parkinson-Vereinigung (European Parkinson's Disease Association, EPDA) ändern und hat daher eine so genannte "Bewusstseinskampagne" gestartet. Unter dem Motto "Parkinson ist sichtbar, macht es lebenswert" wollen die Veranstalter Menschen in Europa über die Krankheit aufklären, die täglichen Herausforderungen der Parkinson-Patienten ins Bild setzen sowie für Verständnis werben. Im Rahmen der Kampagne werden Kurzfilme gezeigt, in denen Betroffene über ihr Leben berichten.

Erst kürzlich hatte eine von der EPDA gemeinsam mit GlaxoSmithKline initiierte Studie das Ausmaß, in welchem Alltagsaktivitäten durch Parkinson beeinflusst werden, offen gelegt. Nicht nur Essen, Ankleiden, Waschen und Sprechen werden durch die Krankheit beeinträchtigt, auch das psychische Befinden ist häufig gestört. So gab fast die Hälfte der etwa 3000 Patienten aus ganz Europa an, dass die eigenen Depressionen eine zusätzliche Belastung für ihre Beziehung zu Partnern und Familie darstellen.

Die EPDA macht sich dafür stark, die Ungleichheiten bei der Behandlung der Parkinson-Patienten europaweit zu beseitigen. "Es überrascht mich immer wieder, wie Parkinson auf sozialer Ebene so sichtbar sein kann und dennoch für die Gesellschaft unsichtbar zu sein scheint", sagt Tom Isaacs, ein Patient, der seit Jahren mit Parkinson lebt. "Dies ist ein rücksichtsloser Zustand, und Hilfe wird in ganz Europa benötigt."

In Deutschland leiden etwa 300 000 Menschen an Morbus Parkinson, etwa 15 000 erkranken jährlich neu. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Prominente Parkinson-Patienten sind der ehemalige Box-Champion Muhammad Ali, der deutsche Tenor Peter Hofmann und der US-Schauspieler Michael J. Fox.

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