Gesellschaft

"Keim & Crime" - TV-Serie um Jagd nach Viren

HAMBURG (dpa). Die aktuellen Schlagzeilen um die Vogelgrippe dürften die Serienmacher des ZDF jetzt fast ebenso sehr interessieren wie die Experten vom Hamburger Tropeninstitut.

Veröffentlicht: 18.01.2006, 08:00 Uhr

Als "M.E.T.R.O. - Ein Team auf Leben und Tod" kämpfen von heute (19.25 Uhr) an in einer neuen Vorabendserie Tropenmediziner und Polizei in Hamburg gemeinsam gegen tödliche Viren.

Keine der üblichen Krankenhausserien, sondern "Keim & Crime" verspricht der Sender. Auch wenn die ähnlich angelegte US-Produktion "Medical Investigation" (ProSieben) dem ZDF um wenige Tage zuvor kam - die Viren-Jagd ist neu in der hiesigen Serienlandschaft.

Ob Sars, Lassa oder Pocken - in jeder der nach dem Pilotfilm ("Krim-Kongo") zunächst zehn geplanten Folgen hat es die Mobile Einsatzgruppe Tropenmedizin (M.E.T.R.O.) mit einer verheerenden Krankheit zu tun. "Wir jagen den unsichtbaren Tod - hier in Hamburg und weltweit. Wenn wir ihn nicht finden, findet er uns", sagt die engagierte Tropenärztin Katharina Hansen (Ursula Karven) im Vorspann jeder Folge.

Ihr zur Seite steht der bisweilen etwas hitzige Hauptkommissar Markus Witt (Michael Roll). Unterstützt werden sie vom Leiter der Tropenklinik (Volker Lechtenbrink), einer Virologin (Stefanie Japp) sowie einem Computergenie (Oliver Clemens).

Einen echten Experten in Sachen Viren und Bakterien mußte sich das Filmteam gar nicht extra sichern. Hinrich Sudeck, leitender Oberarzt am Bernhard-Nocht-Institut, war schon an der Ideenfindung beteiligt. Die medizinischen Fälle "könnten so tatsächlich passieren", betont der Sender.

Auch Tropenmediziner Sudeck bescheinigt der Serie "Realitätssinn". "Bei der Bucharbeit führten notwendige Kürzungen und Vereinfachungen gelegentlich zu mancher kleinen Pirouette. Als Mediziner fragt man sich dann bisweilen: Geht das noch? und hat dann vielleicht ein bißchen Bauchweh", meinte er.

An Dramatik und Action hat der Alltag des "M.E.T.R.O."-Teams natürlich deutlich mehr zu bieten als die Arbeit im traditionsreichen Tropeninstitut. "Obwohl wir zwar nah am Kiez sind, fehlt bei uns dieses Crime-Element", sagt Sudeck.

In der Folge "SARS" etwa reicht es den Drehbuchschreibern nicht, daß ein Patient mit der höchstansteckenden Krankheit eingeliefert wird - er befindet sich auch noch in einem Zeugenschutzprogramm, wird in der Klinik von einem Schwerverbrecher wiedererkannt und flieht. Ein dramatischer Wettlauf beginnt- zwischen Ärzten und Polizei sowie Verbrechern.

Noch ist eine solche Spezialeinheit in Deutschland Fiktion. "Aber in Zukunft durchaus denkbar", meint der ZDF-Hauptredaktionsleiter Unterhaltung, Claus Beling. "Das Thema hat eine Aktualität, die wir beim Schopfe packen wollen."

Hauptdarstellerin Karven mußte daher nicht lange überlegen: "Ich habe von Anfang an gedacht, dafür könnte ich brennen." Einziger Nachteil: Die 41jährige neigt zur Hypochondrie. "Auf Langstreckenflügen bin ich jetzt sehr hellhörig geworden, wenn jemand hustet", gesteht Karven. "Am liebsten würde ich nur noch in Schutzanzug mit Desinfektions-Rückenkanister rumlaufen."

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