Ramadan

Kein Problem für WM-Spieler?

Wie wirkt sich Fasten auf die sportliche Leistung eines Fußballprofis aus? Darüber gehen die Meinungen stark auseinander.

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RECIFE. Am Samstag hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Auch einige Spieler bei der Fußball-Weltmeisterschaft sind davon betroffen.

Von Samstag an wäre vielen Topstars, darunter der deutsche Nationalspieler Mesut Özil, Frankreichs Karim Benzema oder der Schweizer Xherdan Shaqiri, die Nahrungsaufnahme nur vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang gestattet. Doch über die gesundheitlichen Auswirkungen gehen die Meinungen auseinander - selbst innerhalb des Weltverbandes.

So betonte FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak, dass man für Muslime während der WM keine Nachteile erwarte. Sein Kollege Michel D'Hooghe dagegen rät vom Fasten während der strapaziösen WM-Zeit ab. "Wenn ich für die Spieler verantwortlich wäre, würde ich von der Möglichkeit einer Ausnahme Gebrauch machen", sagte der Belgier.

Er habe "größten Respekt für die religiösen Überzeugungen jedes Spielers", sagte das Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, aber aus "rein medizinischer Sicht" sei eine regelmäßige Nahrungsaufnahme besser.

"Wir wissen noch sehr wenig darüber", sagte Ron Maughan, Professor für Sporternährung an der Loughborough University in England, jüngst der amerikanischen Zeitung "New York Times". Nach den Olympischen Spielen 2012 untersuchte er in einer Studie die Auswirkungen des Fastens auf die sportlichen Leistungen und sprach von "keinem großen Effekt im Fußball".

Dort sei es - im Gegensatz zu Disziplinen wie dem Marathon - möglich, ohne eine Gefährdung der Gesundheit die religiösen Regeln einzuhalten und sein volles Pensum auf dem Platz abrufen zu können.

Viele Spieler wie Mesut Özil haben bereits angekündigt, auf das Fasten zu verzichten. Auch der Koran sieht Ausnahmen vor. So können "Menschen auf Reisen" die Fastentage nachholen. (dpa)

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