TV-KRITIK

Keine Diskussion ohne Klischee

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Auf ein Feindbild kann keine Diskussion über die Gesundheitsreform verzichten: das der abzockenden, falsch abrechnenden Ärzte. Auch in der Fernsehdiskussion "Hart aber fair" am Mittwoch abend im WDR ist das so.

"Mir kann niemand erklären, daß es in der Ärzteschaft keine schwarzen Schafe gibt", sagt ein Zuschauer, der an diesem Abend übers Telefon seine Meinung äußert. Die Botschaft: Die fehlende Kontrolle der Mediziner ist Schuld an der Misere im Gesundheitswesen.

Daß das Quatsch ist, wissen auch Kassenvertreter. Doch AOK-Rheinland-Chef Wilfried Jacobs kann der Versuchung nicht widerstehen, das Feindbild zu bedienen. Ärzte sollen Patienten eine Bescheinigung über erbrachte Leistungen ausstellen, fordert er. Solche Angriffe fundiert zu kontern, ist KBV-Chef Dr. Manfred Richter-Reichhelm offenbar müde. "Ich glaub' mich knutsch ein Elch", sagt er stattdessen.

Sympathieträgerin ist an diesem Abend Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. In der Sendung tritt die Kabarettistin Katrin Schmick auf, die als "Ullala" im WDR-Radio die Ministerin regelmäßig parodiert und immer mit dem gleichen Satz endet. Schmidt beweist Selbstironie. Sie hört "Ullala" oft und mag sie: "Den Satz 'Bleiben sie gesund, weil anders wäre nämlich schlecht' finde ich einfach gut.." (akr)

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