Kenia feiert seine Nobelpreisträgerin

NAIROBI (dpa). Wenn in Oslo heute der Friedensnobelpreis verliehen wird, wird in Kenia vermutlich jeder funktionierende Fernseher laufen. Zum ersten Mal hat eine Afrikanerin die Auszeichnung gewonnen, und die Nation ist begeistert.

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Wangari Maathai ist in ihrem Land eine Trendsetterin: Die 64jährige war die erste promovierte Frau, die erste grüne Politikerin und die erste, die sich mit der Regierung anlegte. Manchen Kenianern war das nicht geheuer, vor allem den Männern. Doch seit Maathai ihrem Land den Nobelpreis eingebracht hat, scheinen alle Kenianer hinter ihr zu stehen.

"Wir sind so stolz, daß es eine von uns geschafft hat", sagt Julius Savakaji, ein Angestellter in Nairobi. "Ich bin überzeugt, daß sie ihr Preisgeld den Armen geben wird." Maathai hat noch nicht genau gesagt, wofür sie die gut eine Million Euro ausgeben wird: "So viel Geld habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", sagte sie. "Aber einen Teil davon werde ich sicher in Umweltprojekte stecken."

Die Tiermedizinerin ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Hier hat sie studiert. Ihr Doktorvater war der Veterinär Professor Reinhold R. Hofmann von der Uni Gießen, der auch in Kenia gearbeitet hat. Auf dem Lehrstuhl an der Universität Nairobi wurde sie seine Nachfolgerin. Maathai ist Ehrendoktorin der Gießener Uni. Heute noch hat sie engen Kontakt zu ihren Kollegen in Deutschland.

In ihrer Heimat nennen Maathai viele "Mama Miti", Mutter der Bäume, anklingend an die kenianische Tradition, Frauen als Mutter ihres Erstgeborenen anzusprechen. Und Maathais Baby ist - neben drei "richtigen" Kindern - eben der kenianische Wald. Ohne ihren Einsatz gäbe es in Kenia heute mindestes 30 Millionen Bäume weniger.

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