Gesellschaft

Millionen Jugendliche weltweit ohne jede Perspektive

KÖLN/NEW YORK (dpa). Kriege, Wirtschaftskrise, Klimawandel und Armut treffen Jugendliche weltweit besonders hart. Darauf weist Unicef in seinem Jahresbericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2011" hin.

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Eine Schule nahe des Dorfes Umubano im Westen Ruandas: Laut Unicef leiden vor allem Jugendliche unter Kriegen, Krisen und Klimawandel.

Eine Schule nahe des Dorfes Umubano im Westen Ruandas: Laut Unicef leiden vor allem Jugendliche unter Kriegen, Krisen und Klimawandel.

© dpa

Ein Großteil der 1,2 Milliarden Jugendlichen - nach UN-Definition 10 bis 19 Jahre alt - kämpfen mit Problemen wie schlechter Bildung oder Arbeitslosigkeit und haben keine Hoffnung oder Perspektiven.

Mehr als eine Million Minderjährige sitzen in Gefängnissen. In Entwicklungsländern heiratet jedes dritte Mädchen vor dem 18. Geburtstag, viele werden als Jugendliche Mutter.

Die Jugend sei bisher nicht genug beachtet worden, obwohl ohne sie kein Wandel und kein Ausbruch aus Armut und Ungleichheit möglich sei, kritisierte Unicef. Neun von zehn Jugendlichen leben in Entwicklungsländern, zum großen Teil perspektivlos.

Die Unzufriedenheit der Jugend, die sich aktuell etwa in Tunesien oder Ägypten zeige, müsse von Regierungen und Entwicklungsprogrammen ernst genommen werden, forderte die UN-Organisation.

Während es in vielen Teilen der Erde Fortschritte für jüngere Kinder gibt, ist die Lage der Jugend desolat - und wird sich in diesem Jahr laut Unicef noch verschärfen.

81 Millionen Jugendliche sind arbeitslos, vor allem auch in Nordafrika, wo viele Heranwachsende eine vergleichsweise gute Ausbildung haben. Für 71 Millionen Mädchen und Jungen weltweit ist schon nach der Grundschule Schluss mit Bildung.

Mädchen sind stärker benachteiligt, zudem oft schlechter ernährt und müssen häufig bereits vor ihrer Volljährigkeit heiraten. In Afrika hat unter den heute 20- bis 24-Jährigen jede vierte Frau ihr erstes Kind schon vor ihrem 18. Geburtstag bekommen. Jugendliche sind der UN-Organisation zufolge besonders von Menschenhandel bedroht.

In Kriegsgebieten laufen sie Gefahr, als Soldaten oder als Sex- oder Arbeitssklaven missbraucht zu werden. Gewalt und Ausbeutung treffe vor allem Heranwachsende aus armen Familien.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Erschreckende Perspektiven

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