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Vielschichtige Ausgrenzung

Neues Projekt gegen Rassismus im Gesundheitswesen startet

Rassismus im Krankenhaus? Eine neue Initiative will Diskriminierungen im Gesundheitswesen etwas entgegensetzen. Viele Vorfälle geschehen aus Gedankenlosigkeit – betroffen sind Ärzte, Pfleger und Patienten.

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Darmstadt. Rassismus im Gesundheitswesen soll besser erfasst und bekämpft werden. Ein neues Projekt der Stiftung gegen Rassismus werde sich Formen des Rassismus in der Medizin widmen, sagte Cora Weißert-Hartmann, Referentin der Stiftung, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Darmstadt.

Damit solle ein Bewusstsein für die Vielschichtigkeit des Phänomens der Ausgrenzung sowie eine Hilfe für Betroffene und Akteure etwa in Kliniken oder Kammern geschaffen werden. Ziel ist es, bis 2027 einen Leitfaden zum Umgang mit Rassismus in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens zu erstellen.

Damit erweitert die Stiftung, die in diesem Jahr die 30. Auflage der bundesweiten Aktion „Wochen gegen Rassismus“ organisiert, ihr Aufgabenfeld. Anlass der Aktionswochen ist der Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung der Vereinten Nationen am 21. März. Das auf drei Jahre angelegte Projekt namens „Rassismus im Gesundheitswesen“ setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Kliniken und Ärzte- oder Pflegekammern sowie Beratungsstellen gegen Diskriminierung.

Thema Rassismus in Lehrplänen

„Rassismuskritische Bildung sollte verpflichtend in den Lehrplänen von Ausbildung und Studium verankert werden“, betonte Weißert-Hartmann. Sie bietet entsprechende Fortbildungen auf freiwilliger Basis an. „Viele stellen sich die Frage: Wo bekomme ich Informationen zum Thema Rassismus im Gesundheitsbereich?“ Zusammen mit einem Expertenbeirat sollen entsprechende Antworten in einem Leitfaden aufbereitet werden. Mitte Februar fand mit mehr als 100 Akteuren aus dem Gesundheitswesen ein erstes Netzwerk-Treffen statt.

Mit dabei war unter anderem die Beauftragte der Ärztekammer Hessens gegen Rassismus, Barbara Mühlfeld. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des „Hessischen Ärzteblatts“ bezeichnet sie Rassismus als einen „ärztlichen Kunstfehler“. Davon betroffen seien Patienten ebenso wie Ärzte und Pfleger. Sie berichtet, wie Betroffene im Alltag vermeintlich nur stichelnden, mitunter aber auch offen rassistischen und verletzenden verbalen Angriffen ausgesetzt sind.

Vielfalt in der Medizin aufzeigen

Im Rahmen der diesjährigen Anti-Rassismus-Wochen veranstaltet die Ärztekammer ein Symposium zur gesellschaftlichen Vielfalt in der Medizin. Denn ein großer Teil rassistischen Verhaltens im Gesundheitswesen beruhe auf Gedankenlosigkeit, betont Mühlfeld im Ärzteblatt. (KNA)

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