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Nordic Walking? Nein danke!

MARBURG (coo). Patienten von Kurkliniken gehen ausgesprochen gern spazieren. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 355 Patienten in zehn deutschen Kurorten, die eine Arbeitsgruppe um den Marburger Natursoziologen und Wanderforscher Rainer Brämer erhoben hat.

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Nordic Walking - in Kurkliniken oft angeboten, aber Spazieren gehen steht bei Patienten höher im Kurs.

Nordic Walking - in Kurkliniken oft angeboten, aber Spazieren gehen steht bei Patienten höher im Kurs.

© Foto: Jeancliclacwww.fotolia.de

Nach besonders beliebten Freizeitaktivitäten befragt, nennen mehr als drei Viertel das Spazieren gehen. Mit deutlichem Abstand folgen Wandern, Ausruhen, Lesen, Schwimmen, Cafébesuch und Stadtbummel. Walking mochten nur 20 Prozent der Patienten. Nur jeder Zehnte wollte joggen.

Auch bei der Frage, was neben der ärztlichen Betreuung besonders zur Gesundung beitrage, nannten die Kurenden nicht etwa einschlägige Bade-, Bewegungs- und Wellnessangebote, sondern vor allem Wandern und Spazieren.

Auf eine ähnlich hohe Sympathiequote kam nur das "gesunde Essen". Dagegen werden die "Anwendungen" aller Art nicht als gesundheitswirksamer Kernbestandteil betrachtet. Dazu passt, dass den Befragten eine natürliche Umgebung mit viel Grün in den Zimmern und einem schönen Ausblick besonders wichtig sind. "Das stellt das Selbstverständnis der Kurbetriebe erheblich in Frage", kommentiert Rainer Brämer.

Befragt wurden auch 187 Reha-Kliniken. Dabei zeigt sich, dass Gesundheitswandern in den Kurorten eine bemerkenswert untergeordnete Rolle spielt. Die Kliniken setzen vor allem auf das bei den Patienten wenig beliebte Nordic Walking. Brämer erklärt sich die Vorliebe für das Gehen mit Stöcken damit, dass es besser in das stundengetaktete Behandlungsregime passt und eindeutiger abgerechnet werden kann. Sein Resümee: Wandern werde trotz seiner besonderen Effekte im Hinblick auf Kalorienverbrauch, Immunsystem und Stoffwechsel von den Verantwortlichen nicht ausreichend als therapeutisch relevante Alternative gesehen. Dabei ließen sich die Patienten durchaus für mehr als nur kleine Tagesrunden gewinnen. Brämer empfiehlt den Kliniken, ihre Wanderangebote deutlich auszuweiten.

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