Preisgekrönte Ansichten eines Krieges

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Das Gewinnerbild von Tim Hetherington entstand am 16. September 2007 bei einem Militäreinsatz der US-Amerikaner im Korengal-Tal im Osten Afghanistans.

Das Gewinnerbild von Tim Hetherington entstand am 16. September 2007 bei einem Militäreinsatz der US-Amerikaner im Korengal-Tal im Osten Afghanistans.

© Fotos: dpa

FRANKFURT/MAIN (Smi). Das Pressefoto des Jahres 2007 zeigt einen abgekämpften US-Soldaten in einer Gefechtspause in Afghanistan. Der britische Fotograf Tim Hetherington hat mit dieser Aufnahme den diesjährigen World Press Photo Contest gewonnen.

Für den Wettbewerb haben mehr als 5000 Profi-Fotografen aus 125 Ländern insgesamt 80 536 Fotografien eingesandt. Eine Jury mit 13 weltweit renommierten Fotografen, Bildredakteuren und Agenturleuten hatten sich innerhalb von vier Tagen durch einen Berg von Material gewühlt. Unter den ausgezeichneten Bildern sind unter anderem auch einige Fotografien, die das Leid von Patienten sowie die Versuche von spirituellen Heilern abbilden, Menschen von ihren Krankheiten zu befreien.

Siegerfoto zeigt US-Soldaten im Afghanistan-Einsatz

Das Gewinnerbild von Tim Hetherington entstand am 16. September 2007 bei einem Militäreinsatz von US-Truppen im Korengal-Tal im Osten Afghanistans. In dieser Region fanden die bislang heftigsten Kämpfe im "Krieg gegen den Terror" statt. Der abgebildete Soldat ruht sich im so genannten Restrepo-Bunker aus, der nach einem kürzlich gefallenen Kameraden benannt wurde.

Den 1. Preis in der Kategorie "Tägliches Leben" gewann der US-Fotograf Justin Maxon mit einem Foto aus Hanoi in Vietnam. Es zeigt eine obdachlose HIV-Infizierte, die mit ihrem Sohn im Roten Fluss badet. Auch in einem Bild des Franzosen William Daniels steht ein Patient im Mittelpunkt. Es zeigt einen Mann aus Uganda, der sich um seinen an Malaria leidenden Sohn kümmert. Daniels bekam dafür den 3. Preis in der Kategorie "Aktuelles Thema". Spirituelle Heiler in Venezuela hat die spanische Fotografin Cristina García Rodero in einer ganzen Serie ins Bild gesetzt und dafür den 3. Preis in der Kategorie "Künste und Unterhaltung" gewonnen.

Ihre Schwarz-Weiß-Fotografien bilden zum Teil grausame Rituale ab, bei denen Patienten mit einem Messer in den Hals geritzt und in den Mund gestochen wird. Ein Foto zeigt eine junge Frau, der drei brennende Kerzen im Mund stecken.

Ausstellung ist in Amsterdam, Hamburg und Berlin zu sehen

Die prämierten Fotos des World Press Photo-Wettbewerbs werden weltweit ausgestellt. Start der Ausstellung ist am 29. April in Amsterdam, dem Sitz der Jury. Danach sind die Bilder auch in Deutschland zu sehen, und zwar vom 1. bis 25. Mai im Foyer des Gruner & Jahr-Pressehauses in Hamburg und vom 30. Mai bis 22. Juni im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Die Organisation World Press Foto wurde 1955 in Amsterdam gegründet.

Weitere Infos zum Wettbewerb im Internet: www.worldpressphoto.org/

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