Personalie

Professor Jan Galle übernimmt DGIM-Vorsitz

Lüdenscheider Nephrologe will beim nächsten Internistenkongress das Thema Resilienz in den Mittelpunkt stellen.

Veröffentlicht:

Wiesbaden. Der Nephrologe Professor Jan Galle hat den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) übernommen.

In dieser Funktion steht der Nephrologe dem Internistenkongress im April 2025 vor, bei dem das Thema „Resilienz - sich und andere stärken“ im Mittelpunkt stehen soll. Partnerorganisation für den Kongress werde „Ärzte ohne Grenzen“ sein, heißt es bei der DGIM. Galle tritt die Nachfolge des Marburger Hämatologen Professor Andreas Neubauer an.

Ärztinnen und Ärzte seien derzeit in besonderem Maße Stressoren ausgeliefert. Neben der angespannten Weltlage mit Kriegen und Krisen wie dem Klimawandel, die für die Gesamtbevölkerung mit Ängsten einhergehen könnten, würden sie auch im beruflichen Umfeld mit zahlreichen Unwägbarkeiten konfrontiert: Die Krankenhausreform, die Ambulantisierung, Finanzierungsengpässe oder auch der Fachkräftemangel brächten besondere Belastungen mit sich.

„Trotz all dieser äußeren Einflussfaktoren müssen wir weiterhin die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten medizinisch mit hoher Qualität, aber auch menschlich und mit viel Empathie behandeln“, sagt Galle.

Es gehe darum, Widerstandskräfte und Anpassungsstrategien zu entwickeln und einzusetzen, um den negativen Meldungen zum Trotz gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Resilienz hat viele Facetten

Dabei stünden auch beim Thema Resilienz fachspezifische Fragestellungen im Vordergrund, sagt Galle. „Höhere Umgebungstemperaturen führen zu mehr Nierenversagen durch Flüssigkeitsmangel – insbesondere bei älteren Menschen. Auch Herzkreislaufversagen und Blutdruckabfälle werden während Hitzeperioden vermehrt beobachtet.“

Da Hitzeperioden in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden seien, sei es die Verantwortung von Internistinnen und Internisten, ihre Patienten über diese Tatsachen zu informieren und so rechtzeitig vorzubereiten.

Lesen sie auch
Lesen sie auch
Lesen sie auch

Wissenschaftlich und berufspolitisch vielseitig engagiert

Jan Galle hat sein Medizinstudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und am St. Thomas`s Hospital Medical School in London absolviert. Er promovierte 1987 am Institut für Angewandte Physiologie der Universität Freiburg, 1997 folgte die Habilitation an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

An der dortigen Universitätsklinik war er von 1996 bis 2006 im Schwerpunkt Nephrologie als Oberarzt tätig. Seit 2006 leitet er die Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am Klinikum Lüdenscheid als Direktor und ist seit 2016 zudem geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Zentrums für Innere Medizin.

Parallel zu seiner wissenschaftlichen und ärztlichen Laufbahn engagiert sich Galle seit vielen Jahren in zahlreichen Verbänden und Organisationen. So war er unter anderem Pressesprecher sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und gehörte mehrere Jahre dem Verband der Leitenden Krankenhausärztinnen und -ärzte in der Nephrologie an. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können