Steigender Bedarf

Rotes Kreuz warnt vor Notlage bei Blutspenden

In Deutschland werden pro Tag etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Die Zahl der Spender geht jedoch zurück, beklagt das Deutsche Rote Kreuz.

Veröffentlicht:
Mehr Bereitschaft zur Blutspende wünscht sich das Deutsche Rote Kreuz.

Mehr Bereitschaft zur Blutspende wünscht sich das Deutsche Rote Kreuz.

© Martin Schutt/dpa

Berlin/Frankfurt. Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat dringend zu Blutspenden aufgerufen. „Ein Notstand muss unter allen Umständen vermieden werden“, erklärte sie am Montag in Berlin zum Weltblutspendetag am 14. Juni.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hohe Temperaturen, Ferien, sowie ein hohes Reiseaufkommen sorgen laut DRK seit Wochen für eine rückläufige Spendebereitschaft und mittlerweile für eine bundesweit kritische Versorgungslage.

Zugleich würden Operationen und Behandlungen nachgeholt, die während der Hochphase der Pandemie verschoben worden waren, erklärte Hasselfeldt.

3,5 Prozent spenden Blut

Jeder dritte Bundesbürger ist laut DRK statistisch gesehen mindestens einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Zur Blutspende gingen aber lediglich 3,5 Prozent der Menschen in Deutschland.

Mit der bundesweit angelegten Kampagne #missingtype - erst wenn’s fehlt, fällt’s auf, machen die Blutspendedienste des DRK auf eine dringende Notwendigkeit von Blutspenden aufmerksam. Ziel ist es, neue Spenderinnen und Spender für eine erste Blutspende zu begeistern und dann als Lebensretter kontinuierlich aktiv zu bleiben.

Als prominente Botschafter machen sich Schlagerstar Vanessa Mai und Fußballprofi Leon Goretzka für Blutspenden stark und wollen mehr Menschen zum Blutspenden motivieren.

Jeder Fünfte hat schon mal Blut gespendet

Nach einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Studie des Versicherungsunternehmens Clark in Zusammenarbeit mit YouGov hat jeder fünfte Mensch in Deutschland bereits Blut gespendet (20 Prozent). Doch nur sechs Prozent täten dies regelmäßig, heißt es.

Einer der wichtigsten Gründe für das Blutspenden ist dabei der Wunsch, der Allgemeinheit zu helfen (48 Prozent) oder Organisationen wie die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) zu unterstützen (28 Prozent). Finanzielle Anreize spielen nur für 18 Prozent eine Rolle, wie es hieß.

Auch bei denjenigen, die bisher noch kein Blut gespendet haben, ist demnach prinzipielles Interesse erkennbar: Immerhin 19 Prozent derer, die noch nie Blut gespendet haben,von ihnen könnten es sich grundsätzlich vorstellen. Das gilt vor allem für die 18- bis 34-Jährigen (25 Prozent). Bei Personen ab 55 Jahren liegt die Bereitschaft zur ersten Blutspende nur noch bei 14 Prozent.

Täglich werden 15000 Blutspenden benötigt

Allerdings hat fast jeder fünfte Mensch in Deutschland (18 Prozent) laut der Studie bisher noch nie Blut gespendet und kann es sich auch in Zukunft nicht vorstellen. Auch der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Blutspendebereitschaft ist immer noch spürbar: Fünf Prozent der Befragten gaben an, vor der Pandemie Blut gespendet zu haben, seither jedoch nicht mehr.

In Deutschland werden jeden Tag rund 15000 Blutspenden benötigt, um kranken und verletzten Menschen zu helfen. (KNA)

Mehr zum Thema

Entscheidung des Bundestags vor 20 Jahren

Forschung mit embryonalen Stammzellen bleibt Reizthema

Inzidenzen in den Kreisen

So ist die Corona-Lage in den einzelnen Kreisen

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Kinderarzt untersucht ein Kind mittels Ultraschall. Die Pädiater warnen vor Leistungskürzungen, sollte die mit dem TSVG eingeführte Zusatzvergütung für mehr Termine wieder gestrichen werden.

© Christin Klose/dpa-tmn/picture alliance

Sanierung der Kassenfinanzen

Ärzte warnen vor Rücknahme der Neupatienten-Regelung im TSVG