Schwere Zeiten für positiv getesteten Stefan Schumacher

FRANKFURT/MAIN (Smi). Auf den Radprofi Stefan Schumacher, der bei der Tour de France positiv auf ein Analogon des Glykoprotein-Hormons Erythropoetin (EPO) getestet worden sein soll, rollt eine Prozesslawine zu.

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Der Bund Deutscher Radfahrer kündigte ein sportrechtliches Verfahren "mit dem Ziel der höchstmöglichen Sperre" an, Schumachers Arbeitgeber, das Radsportteam Gerolsteiner, will zivilrechtlich gegen den Berufsradfahrer vorgehen.

Am Montag hatte die französische Sportzeitung "L'Equipe" berichtet, dass Schumacher bei Nachkontrollen der während der Tour de France 2008 genommenen Blutproben des Dopings mit dem Präparat Cera überführt worden sei. Diese Meldung wurde inzwischen von Tour-Direktor Christian Prudhomme bestätigt.

Cera steht für Continuous Erythropoiesis Receptor Activator und ist eine Modifikation des gentechnisch hergestellten rekombinanten EPO. Der Unterschied liegt dem Institut für Biochemie zufolge in einer zusätzlichen Kohlenstoff-Sauerstoffkette, die mit dem EPO-Molekül verknüpft sei. "Durch diese Modifikation wird die Affinität des EPO-Derivates zum EPO-Rezeptor deutlich erhöht", heißt es von Seiten der Kölner Dopingfahnder.

Das Präparat (Mircera®) ist erst 2007 europaweit zugelassen worden. Neben dem Deutschen Stefan Schumacher wurden auch die italienischen Radprofis Riccardo Riccò und Leonardo Piepoli vom Team Saunier Duval der Einnahme von Cera überführt.

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