"Großes Chaos angerichtet"

Trumps Bodyguard soll Arztpraxis durchsucht haben

Ein Leibwächter von Donald Trump wird bezichtigt, Akten des US-Präsidenten aus einer Arztpraxis entwendet zu haben. Trumps Sprecherin spielt den Vorfall herunter.

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Keith Schiller (in der Mitte) soll gemeinsam mit einer anderen Person Patientenakten des US-Präsidenten mitgenommen haben.

Keith Schiller (in der Mitte) soll gemeinsam mit einer anderen Person Patientenakten des US-Präsidenten mitgenommen haben.

© Alex Brandon/ dpa/ picture alliance (Archivbild)

WASHINGTON. Ein früherer Arzt von Donald Trump beschuldigt einen langjährigen Bodyguard des Präsidenten, seine Praxis durchsucht und Patientenakten Trumps mitgenommen zu haben.

Der Mediziner Harold Bornstein sagte dem Sender NBC News am Dienstag, Trumps Personenschützer Keith Schiller und ein anderer Mann seien im Februar 2017 in seine Praxis in New York gekommen und hätten die Akten geholt. "Sie müssen 25 oder 30 Minuten lang hier gewesen sein. Das hat großes Chaos angerichtet", sagte er. Er habe sich bedroht gefühlt.

Keith Schiller war lange Trumps persönlicher Bodyguard und galt als äußerst loyal zu dem Unternehmer. Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 bekam er einen Posten im Weißen Haus, den er aber im September schon wieder verließ.

Trumps Team verteidigt sich

Bornstein sprach von einer Durchsuchung seiner Praxis. Trumps Sprecherin Sarah Sanders wies diese Darstellung zurück. Es habe sich nicht um eine Durchsuchung gehandelt. Es sei Standard, dass der medizinische Stab des Weißen Hauses die Krankenakte eines neuen Präsidenten in Besitz nehme.

NBC News berichtete, der Vorfall habe sich ereignet, nachdem Bornstein einer Zeitung gesagt hatte, dass er Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass Keith Schiller in die Schlagzeilen gerät. Als Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Chef James Comey entließ, war es Schiller, der das Entlassungsschreiben persönlich vom Weißen Haus in die nicht weit entfernt gelegene Zentrale des FBI brachte.

Auch Bornstein ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte Trump während des Wahlkampfes in einem Brief attestiert, er wäre der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Später räumte er ein, den Brief in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten. (dpa)

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