Gesellschaft

Über 4500 Dopingtests bei Olympia

FRANKFURT/MAIN (Smi). Bei den Olympischen Spielen in Peking wird es 4500 Dopingtests geben. Zwischen 120 und 150 Spezialisten werden in drei Schichten rund um die Uhr tätig sein, damit die Auswertung der Proben spätestens 48 Stunden nach Entnahme vorliegt.

Veröffentlicht: 15.04.2008, 17:23 Uhr

Dieses Prozedere hat Professor Mario Thevis vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln und selbst einer der Kontrolleure in Peking angekündigt.

Die Olympischen Sommerspiele finden vom 8. bis 24. August in der chinesischen Hauptstadt statt. Etwa 10 500 Athleten treten bei 302 Wettbewerben in 28 Sportarten an. Thevis ist einer der 15 so genannten "external experts", die die Arbeit im offiziellen Anti-Doping-Labor in Peking unterstützen. Die schnelle Analyse der 4500 Proben sei eine "gewaltige Aufgabe", so Thevis im Pressegespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). "Bei negativen Proben wird das Ergebnis binnen 24 Stunden vorliegen, bei positiven Proben innerhalb von 48 Stunden." Nur die Auswertung der Tests auf Erythropoietin (EPO) werde länger dauern und nach zwei bis drei Tagen vorliegen.

In Peking ist nach Einschätzung des Kölner Dopingexperten ein optimales Kontrollsystem garantiert. Das vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierte Labor verfüge über ausreichend Räumlichkeiten und modernste Geräte. Chinesische Wissenschaftler hätten sich unter anderem am Kölner Institut für Biochemie mit neuen Analysetechniken vertraut gemacht.

Das IOC kündigt intelligente Dopingtests an. Dazu gehört laut Thevis, sich auf Substanzen mit kurzer Nachweisbarkeit zu konzentrieren. Auf welche Substanzen getestet wird, hält das IOC unter Verschluss, um potenzielle Sünder abzuschrecken. Auch wie viele von den 4500 Tests Blut- und Urinkontrollen sind, wird kurzfristig mitgeteilt. Für entscheidend hält Thevis vor allem auch die kompromisslose Arbeit der 60 nationalen Anti-Doping-Agenturen, welche die Sportler in der Vorbereitungsphase gezielt testen müssten.

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