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„Die Berliner Stunde“-Podcast

Nach dem GKV-Spargesetz ist vor den Strukturreformen – welche ist besonders dringlich, Herr Prof. Beivers?

Das GKV-Sparpaket ist verabschiedet, der Reformbedarf im Gesundheitswesen bleibt. Der Münchner Gesundheitsökonom Andreas Beivers erklärt im Podcast „Die Berliner Stunde“, welche Reformen jetzt rasch anzugehen sind – und warum.

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Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kurzfristig entlasten. Für Andreas Beivers ist das ein wichtiger Schritt, von einer echten Reform möchte der Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius in München nur bedingt sprechen.

Im Podcast „Die Berliner Stunde“ der Ärzte Zeitung bezeichnet Beivers das Paket vor allem als Versuch, den Ausgabenanstieg bei den Krankenkassen zu begrenzen. „Strukturelle Veränderungen sind für mich eine Reform.“ Das kürzlich von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz setze dagegen vor allem auf Leistungsbegrenzung und Einsparungen.

Gezielte Patientensteuerung in der Primärversorgung

Besonderen Reformbedarf sieht Beivers auf der Nachfrageseite des Gesundheitswesens. Im Mittelpunkt steht für ihn – außer der Notfallreform – die Einführung eines leistungsfähigen Primärversorgungssystems.

Dahinter stehe aber weit mehr als das Prinzip „Hausarzt vor Facharzt“. Ziel müsse eine bessere Steuerung und Begleitung von Patientinnen und Patienten durch das System sein. „Jemand muss die Menschen an die Hand nehmen und durch den Versorgungsdschungel führen“, sagt Beivers.

Gleichzeitig warnt der Gesundheitsökonom davor, die Primärversorgung ausschließlich auf Hausärztinnen und Hausärzte zu stützen. Angesichts zahlreicher bevorstehender Ruhestände werde sich der heute schon spürbare Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten weiter verschärfen.

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Langfristig sieht Beivers noch deutlich größere Herausforderungen auf das Gesundheitswesen zukommen. Deshalb müsse die Politik bereits heute darüber nachdenken, wie die GKV langfristig organisiert und finanziert werden soll. Außer Fragen der Versorgungssteuerung werde es dann auch um die künftige Rolle der Krankenkassen und die Weiterentwicklung der gesamten Systemarchitektur gehen. (jtm)

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Kommentare
Dr.med. Thomas Ulrich Götz 28.07.202614:08 Uhr

Die Zukunft der bisher ärztlichen Primärversorgung sollen also Physician Assistents, KI, Pflegekräfte und besser motivierte Studenten für den Hausarztbereich sein?
Wirklich?
Also weniger Geld für Ärzte, KI als unpersönliche Ansprechpartner für Patienten, Pflegekräfte und PA’s, die für weniger Geld den bisherigen Job von Ärztinnen und Ärzten hausärztlich zukünftig machen sollen?
Abiturienten, mit einem Soll-Schnitt von 1,0 werden eher nicht so dumm sein, um als Schulabschluss-Elite möglichst viel für wenig Geld zu arbeiten!
Auch Boomer als Ärzte kurz vor der Rente werden nicht länger im ärztlichen Beruf arbeiten, wenn das Entgelt und somit der berechtigt wirtschaftliche Gewinn weiterhin z.T. dramatisch schlechter werden!
Wir reden zudem von der ärztlichen Generation, der man mit Zivildienst/Wehrdienst, Arzt im Praktikum, schlechten Berufsaussichten, Drei-Monatsarbeitsverträgen und fehlender Überstunden-Bezahlung und Freizeitausgleich das Leben häufig schwer gemacht hat!
Diese ärztliche Boomer Generation wird sich nicht weiter wie eine Zitrone als wohlverdiente Rentner noch zusätzlich ausquetschen lassen!
Mit welcher Motivation?
Weitere Steuer- und Rentenalter-Erhöhungen?
Die bitterste Pille, die diese Boomer an Ärztinnen und Ärzte schlucken muss ist, dass die eigene ärztliche Krankheitsversorgung dramatisch schlechter wird, als man sie selbst im ärztlichen Beruf anderen gegenüber geleistet hat!
Welch Enttäuschung im Alter, weniger quantitative und qualitative medizinische Zuwendung zu bekommen wie die Patienten, die man zuvor im langen eigenen Berufsleben bestmöglich versorgt hat!
Der dramatische quantitative Einbruch der fachärztliche Versorgung in meinem ureigenen Berufsfeld zeigt mir genau diese Entwicklung deutlich vor Augen!
Bringen wir es auf den Punkt!
Hier soll gegen alle Marktgesetze mit weniger Geld, bessere Medizin und bessere Patientenversorgung gemacht werden und darüber hinaus auch Ärzte begeistert ihren Beruf mit hoher Motivation möglichst nur für ein „Vergelts Gott!“ ausüben!
Finde den Fehler!

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