Berufspolitik

130 000 fordern eine Zukunft für Kliniken

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Etwa 130 00 Klinikmitarbeiter machten gestern ihrem Unmut über die unklare Klinikfinanzierung Luft.

Etwa 130 00 Klinikmitarbeiter machten gestern ihrem Unmut über die unklare Klinikfinanzierung Luft.

© Fotos: Bauchspieß

BERLIN (ble/dpa). Mehr als 130 000 Ärzte, Pflegekräfte, Klinikmanager und Auszubildende haben nach Angaben der Polizei in Berlin gegen die aus ihrer Sicht andauernde Finanzmisere an Kliniken demonstriert.

In drei Sternmärschen machten sich die aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten und mit Trillerpfeifen, Rasseln und Plakaten ausgerüsteten Teilnehmer auf zum Brandenburger Tor unweit des Reichstags. Zur Demonstration aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Ärzte- und Pflegeverbänden, Gewerkschaften, kommunalen und kirchlichen Arbeitgebern.

Auf der zentralen Kundgebung forderte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Kösters, von Bund und Ländern 6,7 Milliarden Euro mehr für die Kliniken. "Wir können das nicht mehr alleine packen", sagte Kösters. Die Krankenhäuser befänden sich in einem "ökonomischen Würgegriff". Kösters warf der Regierung vor, die Achtung vor der Leistung der Klinikmitarbeiter verloren zu haben. Mehr als ein Drittel der rund 2100 Krankenhäuser in Deutschland sei akut insolvenzgefährdet.

Christian Ude, Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister von München, warnte die Koalition angesichts der ungedeckten Ausgabensteigerungen vor einem Krankenhaussterben und einer Privatisierungswelle. Die von der Bundesregierung versprochenen frischen Mittel bezeichnete er als "Beruhigungsspritze".

Der Vizechef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg, forderte die Deutsche Krankenhausgesellschaft hingegen auf, sich dem Strukturwandel zu stellen, "statt ihn nur zu beklagen und mehr Geld zu fordern".

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