Sachsen/Thüringen

AOK Plus sieht sich weiter auf Expansionskurs

Um den Beitragssatz von aktuell 15,2 Prozent halten zu können, geht die Kasse an ihre Reserven.

Veröffentlicht:

DRESDEN. Die AOK Plus will in diesem Jahr um rund 70.000 Mitglieder in Sachsen und Thüringen wachsen. Die anvisierte Zunahme falle damit deutlich geringer aus als 2016, erklärte der stellvertretende AOK-Plus-Vorstand Dr. Stefan Knupfer in Dresden. Im vergangenen Jahr konnte die Kasse bei einem Beitragssatz von 14,9 Prozent ein Plus von 271.000 Versicherten verzeichnen. In Sachsen wurde dabei die Marke von zwei Millionen Mitgliedern geknackt.

Zum Jahresbeginn hatte die AOK Plus ihren Beitragssatz für die nun 3,1 Millionen Versicherten auf 15,2 Prozent angehoben. Allerdings arbeitet die Kasse damit nicht kostendeckend – dafür müsste der Beitrag Knupfer zufolge bei rund 15,35 Prozent liegen. Prognostiziert wird ein Defizit von 164 Millionen, das durch Reserven gedeckt sein soll. Für Ende 2017 wird ein verbliebenes Finanzvolumen von 1,43 Milliarden Euro angestrebt, was Rücklagen von 1,5 Monatsausgaben entspricht. Der Gesamthaushalt der AOK Plus liegt bei rund elf Milliarden Euro.

Über die weitere Beitragsentwicklung kann dem Vorstandsvorsitzenden Rainer Striebel zufolge noch nichts Konkretes gesagt werden. Es solle nach Möglichkeit "nicht jedes Jahr" eine Anpassung geben, erklärte er. Rund 380 Millionen Euro muss die Kasse eigenen Angaben zufolge in 2017 für die Umsetzung von Gesetzen wie dem Krankenhausstrukturgesetz vorhalten. Keine Option sei für ihn die Kürzung der Angebote, sagte Striebel. "An der Leistungsschraube drehen wir nicht."

Auch 2017 noch nicht abgeschlossen ist für die AOK die Diskussion über Manipulationen beim Morbi-RSA. Striebel forderte eine gesetzliche Codierungsrichtlinie für ambulante Leistungen, deren Einhaltung zum Beispiel von den KVen überwacht werden könnte. Es gebe eine "Regelungslücke", sagte der Vorstandschef. AOK-Plus-Mitglieder sind den Angaben zufolge rund zwölf Prozent kränker als der Durchschnitt der GKV-Versicherten. (lup)

Mehr zum Thema

Wegen Corona-Pandemie

Pflegekassen fürchten noch mehr Miese

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Durchgerechnet. Um dem hohen GKV-Defizit entgegen zu wirken, plant das Bundesgesundheitsministerium viele Maßnahmen – etwa den Zusatzbeitrag zu erhöhen.

© Wolfilser / stock.adobe.com

Update

Wegen GKV-Defizit

Koalition will Ärzte zur Kasse bitten – die reagieren vergrätzt