Hamburg

Ärzte auf Protestkurs

Eine Urabstimmung unter Hamburger Ärzten zeigt großen Zuspruch für Praxisschließungen.

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HAMBURG. Die niedergelassenen Ärzte in Hamburg sind protestbereit. An einer Urabstimmung über mögliche Protestmaßnahmen beteiligten sich im Januar 1800 Ärzte, von denen 95 Prozent signalisierten, Protestmaßnahmen gegen die Sparpolitik der Krankenkassen aktiv mit zu tragen.

91 Prozent sprachen sich für einen Boykott der Krankenkassen aus, 81 Prozent wollen den Schulterschluss mit Patienten, 77 Prozent sind für Praxisschließungen.

Die Kassenärztliche Vereinigung sprach von einem "sensationellen Ergebnis". Hintergrund der Urabstimmung ist der seit Monaten schwelende Honorarkonflikt mit den Krankenkassen.

Die KV begleitet die Auseinandersetzung mit einer langfristig angelegten Kampagne, die Ärzte und Öffentlichkeit informieren soll. Den Praxen stellt die KV Material zur Verfügung.

Ein Zeichen der Empörung der Ärzte

Die Kassenärztliche Vereinigung hält den Aufwand für berechtigt, weil die Praxen in der Hansestadt seit einigen Jahren nur unterdurchschnittlich von Honorarzuwächsen profitiert haben und die Kassen kein Verständnis für die ärztlichen Forderungen erkennen lassen.

Dr. Michael Späth, Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung, wertet das Ergebnis der Urabstimmung auch als Zeichen der Empörung der Ärzte.

"Letztlich geht es auch um Wertschätzung und Respekt, die hier nachdrücklich eingefordert werden." (di)

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