Berufspolitik

Alkoholkonsum Jugendlicher sinkt, aber mehr Komatrinker

Übermäßiger Alkoholkonsum ist nicht nur ein Problem bei Jugendlichen, sondern auch bei über 50-Jährigen.

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BERLIN (ami). Der Alkoholkonsum von Jugendlichen genießt starke Aufmerksamkeit - aber kaum beachtet wird, dass der Alkoholkonsum bei Unter-20-Jährigen seit den 70er Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Deutlich zugenommen hat dagegen der Anteil der Koma- und Kampf-Trinker unter den Jugendlichen. Darauf weisen die Kinder- und Jugendpsychiater Professor Rainer Thomasius, Dr. Thomas Nesseler und Professor Frank Häßler hin. Strategien zum Gespräch mit Jugendlichen über Alkohol erläutern sie in ihrem neuen Ratgeber "Wenn Jugendliche trinken" (Trias Verlag).

An neuen Strategien zur Alkoholprävention bei Jugendlichen im Großen arbeitet die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung. Grundlagen dafür soll die jetzt vorgelegte Studie "Jugendliche - Alkohol - Hintergründe" liefern, in der junge Menschen zwischen 11 und 27 Jahren Auskunft darüber geben, warum sie trinken und manchmal zuviel trinken. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der 14-jährigen Berliner bereits betrunken war und 15 Prozent der Unter-16-Jährigen bereits regelmäßig Spirituosen trinken.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher appellierte daher an die Eltern, sie müssten "noch stärker ihrer Verantwortung nachkommen und Vorbild sein". Das dürfte einigen schwer fallen. Denn weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit ist in Berlin auch die Zahl der Klinikaufenthalte von 50- bis 60-Jährigen wegen Alkoholmissbrauch dramatisch gestiegen, so die DAK. Sie registrierte zwischen 2004 und 2008 einen Zuwachs dieser Krankenhausfälle um 22,1 Prozent. Die Berliner sind aber nicht Spitzenreiter: Laut der BKK ist der Alkoholkonsum in Bayern am höchsten, gefolgt von Sachsen, Thüringen und Brandenburg.

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