Kommentar – Medikationsmanagement

Alternative ARMIN?

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 19.06.2018, 12:38 Uhr

Es ist paradox: Für den Medikationsplan, der bislang auf Papier in der Versorgung ein Schattendasein fristet, zahlen die Krankenkassen nicht mehr als ein Almosen an die Ärzte. Das erwartbare Resultat: Mit dem Plan wird tatsächlich nicht einmal Medikationsmanagement light in der Versorgung erreicht.

In Sachsen und Thüringen dagegen ist die AOK Plus zusammen mit den KVen und Apothekerverbänden im Modellprojekt ARMIN bei der Vergütung der Teilnehmer deutlich großzügiger. Wirkstoffverordnung und IT-gestütztes Medikationsmanagement in Zusammenarbeit mit den Apothekern bringen Ärzten 22 Euro pro Patient im Quartal und sogar fast 100 Euro im Erstgespräch mit Patienten, die mindestens fünf Arzneimittel gleichzeitig einnehmen. Doch sind selbst unter diesen Bedingungen bisher erst 3500 Patienten eingeschrieben, zeigt eine aktuelle Zwischenbilanz der Beteiligten.

Wie könnten beide Welten zusammengeführt werden? Die Überführung des Medikationsplans auf die Gesundheitskarte wird – ohne weitere Maßnahmen – in der Praxis kaum etwas ausrichten. Ob ein Modell à la ARMIN eine gangbare Alternative wäre, wird angesichts der hohen Kosten erst die Evaluation zeigen. Zweifel sind angebracht.

Lesen Sie dazu auch: Bilanz nach vier Jahren: Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

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