Prävention

Anti-Rauch-App der EU offenbar wirksam

EU-Gesundheitskommissar führt die zurückgehende Zahl der Raucher auch auf Kampagne zurück.

Veröffentlicht:

BRÜSSEL. Die im Jahr 2011 von der EU-Kommission gestartete Kampagne "Ex-Raucher sind nicht zu stoppen" trägt offenbar erste Früchte.

Seit 2012 ist in der EU der Tabakkonsum nach einer Eurobarometer-Umfrage um zwei Prozent zurückgegangen. Dies geht aus der am vergangenen Freitag in Brüssel vorgelegten Bilanz der europaweiten Anti-Raucherkampagne hervor. Als besonders erfolgreich hat sich die EU-finanzierte Gesundheits-App "iCoach" beim Abgewöhnen des Rauchens bewährt.

Noch ein langer Weg

"Wir freuen uns über die ersten messbaren Erfolge, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns, um das von den Vereinten Nationen gesteckte Ziel, bis 2025 den Tabakkonsum um 30 Prozent reduzieren zu wollen, auch in Europa zu erreichen", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis vor der Presse. Als ehemaliger Kardiologe und Chefarzt habe er in Litauen aus erster Hand die schrecklichen Effekte des Tabakkonsums zu oft erlebt.

In der EU sterben derzeit jährlich rund 700 000 Menschen an der Folge von starkem Tabakkonsum an Herzkreislauferkrankungen und Lungenkrebs. "Eine rigorose Tabak-Kontrollpolitik unterstützt durch Bewusstseins-Kampagnen wie ,Ex-Raucher sind nicht zu stoppen‘ sind von entscheidender Bedeutung, um die öffentliche Gesundheit in der EU zu verbessern", sagte Andriukaitis

Die mit bisher insgesamt rund 35 Millionen Euro finanzierte Anti-Raucher-Kampagne ziele besonders auf die Altersgruppe der 24- bis 35- jährigen EU-Bürger ab. Mit der Internet-unterstützten Gesundheits-App "iCoach" seien seit dem Beginn der Kampagne im Jahr 2011 mehr als 450.000 Raucher erreicht und unterstützt worden.

31 Prozent der iCoach-Teilnehmer haben es laut EU-Kommission geschafft, innerhalb von drei Monaten das Rauchen aufzugeben. Die aus EU-Mitteln finanzierte App ist in 23 Sprachen verfügbar. (taf)

Mehr zum Thema

„Gehört nicht zwischen Gummibärchen“

Kölner Chefarzt: Partydroge Lachgas wird unterschätzt

Antwort auf parlamentarische Anfrage

Regierung plant keine höhere Tabaksteuer

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird