Aus für Wahltarife

AOK sucht nach Lösungen bei Zusatzversicherungen

Die AOK Rheinland/Hamburg will Wahltarife zusammen mit privatem Versicherer entwickeln.

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KÖLN. Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG), das der AOK Rheinland/Hamburg das Angebot von Zusatzversicherungen verboten hat, sucht die Krankenkasse nach einer Lösung für die betroffenen rund 500.000 Versicherten. Ihr Ziel ist es, zusammen mit privaten Krankenversicherern (PKV) Angebote zu entwickeln.

Das BSG hatte nach einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung entschieden, dass die AOK Rheinland/Hamburg der PKV mit ihren Wahltarifen keine Konkurrenz machen darf.

Für den Vorstandsvorsitzenden Günter Wältermann ist das ein „Schlag ins Kontor“. „Ich sehe in unseren Wahltarifen eine gesellschaftliche Errungenschaft, weil sie Menschen einen Versicherungsschutz ermöglichen, die ihn in der PKV nur schwer oder gar nicht bekommen“, sagte er der „Ärzte Zeitung“.

Bei den Wahltarifen der Kasse spielen Vorerkrankungen der Versicherten anders als in der Privaten Krankenversicherung keine Rolle.

Mit Kooperationspartnern PKV-Tarife entwickeln

„Wir wollen mit Kooperationspartnern in der PKV Tarife entwickeln, die unseren Kunden denselben oder einen ähnlichen Schutz bieten wie bisher“, kündigte Wältermann an. Wichtig sei der AOK, dass der private Anbieter auf eine Gesundheitsprüfung und auf Wartezeiten verzichtet.

Für die Kasse bleibe die solidarische Absicherung unabhängig von Gesundheitszustand und Alter ein wichtiges Ziel, betonte er.

Die genaue Ausgestaltung der neuen Policen ist aber noch ebenso wenig geklärt wie die Frage, ob die Kasse mit einem oder mehreren PKV-Anbietern zusammenarbeiten wird. Die AOK Rheinland/Hamburg kooperiert mit der ebenfalls in Düsseldorf ansässigen Vigo Krankenversicherung. Beide haben seit langem enge Beziehungen.

Der PKV-Verband hat das Kasseler Urteil begrüßt. Die Angebote der AOK Rheinland/Hamburg überschritten den gesetzlichen Rahmen der GKV und führten zu unzulässigen Wettbewerbsverzerrungen, sagte der Direktor des PKV-Verbands Dr. Florian Reuther.

„Solche Wahltarife sind systemfremd in der GKV und ein Übergriff in einen funktionierenden privatwirtschaftlichen Versicherungsmarkt.“ (iss)

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