Direkt zum Inhaltsbereich

Prävention

Zuckersteuer auf Softdrinks: Schleswig-Holstein setzt jetzt auf den Bundesrat

In seiner Partei hatte Daniel Günther mit der Zuckersteuer kein Glück – der CDU-Bundesparteitag sägte seinen Antrag ab. Jetzt zwingt Schleswig-Holstein den Bundesrat zur Beschäftigung mit dem Thema. Mit mehr Erfolg?

Veröffentlicht:
Das Foto zeigt ein Glas mit einem Erfrischungsgetränk und Zuckerstücken.

So süß, dass es der Gesundheit schadet: Die schleswig-holsteinische Regierung plädiert für eine Steuer oder Abgabe auf Softdrinks.

© mediastok.ai / stock.adobe.com

Berlin/Kiel. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther lässt bei der Zuckersteuer nicht locker. Wenige Wochen nachdem ein entsprechender Antrag beim CDU-Bundesparteitag durchgefallen ist, bringt die Landesregierung eine fast gleichlautende Initiative im Bundesrat ein.

Kernsatz der vorgeschlagenen Entschließung: „Der Bundesrat ist der Auffassung, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, Aufklärungsmaßnahmen und Kennzeichnungspflichten allein nicht ausreichen, um eine nachhaltige Reduktion des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken zu erreichen.“

Lesen sie auch

Insbesondere für junge Menschen stelle der hohe Zuckergehalt von Softdrinks aufgrund seiner eingeschränkten Transparenz und leichten Verfügbarkeit „ein Gesundheitsrisiko“ dar. Die über eine Steuer oder Abgabe erzielten Einnahmen sollten für Prävention und die Stärkung der Gesundheitskompetenz verwendet werden – mit einem Fokus auf Kinder und Jugendliche.

Kein Verbot, sondern ein Steuerungsanreiz

Außerdem macht sich die Landesregierung dafür stark, den Verkauf koffeinhaltiger Erfrischungsgetränke an unter 16-Jährige zu verbieten. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) warb für die Zuckersteuer mit den Worten, Hersteller erhielten so einen Anreiz, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken, „um einen höheren Preis zu vermeiden und wettbewerbsfähig zu bleiben“.

Sinnvoll sei die Abgabe auch deshalb, weil die durch den hohen Zuckerkonsum entstehenden Folgelasten „bislang nicht im Produktpreis abgebildet sind“. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte sich bei einer Regierungsbefragung Ende Februar alle Türen beim Thema Zuckersteuer offengelassen und nicht festgelegt.

Der Blick in andere Länder, die das Instrument bereits einsetzen, habe gezeigt, „dass diese Ansätze wirken“, so die Ministerin. Daher sollte die Koalition „offen darüber diskutieren, inwiefern wir mit steuernden Maßnahmen wie Preiserhöhungen bessere Erfolge im Bereich der Prävention erzielen“, sagte Warken.

Dabei könnte die Koalition mit einer breiten Unterstützung der Bürger rechnen, hat eine Umfrage für den Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) ergeben. Rund 56 Prozent der Befragten befürworten demnach eine stärkere Besteuerung sehr gezuckerter Getränke.

Die Kieler Landesregierung will ihre Entschließung am 27. März in den Bundesrat einbringen. Anschließend wird sie in den Fachausschüssen beraten. (fst)

Lesen sie auch
Lesen sie auch
Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Von Infektionen bis Dermatozoenwahn

Dermatologische Komplikationen von „Chemsex“

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Kampf dem Zervixkarzinom

Ärzte sind sich einig: eine Impfung schützt!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt