Nordwesten

BKKen werben für neues DMP

Ein sektorenübergreifendes DMP - damit wollen die BKKen im Nordwesten neue Impulse setzen.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

HAMBURG. Der BKK Landesverband Nordwest setzt auf konkrete Versorgungsprojekte im Wettbewerb um Versicherte. Ziel ist ein DMP, das über den Risikostrukturausgleich finanziert wird.

Der Verband will in Kürze Gespräche mit Klinikträgern aufnehmen, die sich eine Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten zu ausgewählten Indikationen vorstellen können.

"Wir wollen 2014 mit einem Modellprojekt zu sektorenübergreifenden DMP starten. Indikation und Vertragspartner sind noch offen", sagte Dr. Dirk Janssen vom BKK Landesverband Nordwest im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Davon erhofft sich der Verband eine Belebung der integrierten Versorgung.

Auf Umdenken gehofft

Janssen ist klar, dass sich die Versorgungslandschaft damit nicht auf einen Schlag umkrempeln lässt, hofft aber auf eine "Keimzelle" für eine Kooperation, die nicht an den Schnittstellen der Sektoren scheitert. Zunächst, so Janssen, müssten die Kassen in ein solches Modell investieren.

Mittelfristig kann er sich eine Finanzierung über den RSA vorstellen, damit die Krankenkassen Anreize für die Schaffung von DMP an die Leistungserbringer weitergeben können.

Zugleich hofft Janssen auf ein Umdenken bei Kassen und Leistungserbringern, die derzeit starkes Gewicht auf die Kodierungen legen. Dies sei zwar nachvollziehbar und wirtschaftlich sinnvoll, bringe aber keine Fortschritte für die Versorgung. "Der RSA muss der Versorgung folgen, nicht umgekehrt", sagt Janssen.

"Trendwende geschafft"

Das neue Projekt soll zeigen, dass die BKKen die Versorgung in den Mittelpunkt stellen. Zuletzt hatten sie eher durch Schließungen, Fusionen und Mitgliederverluste Schlagzeilen gemacht.

Bundesweit verloren die BKK Versicherte an die Konkurrenz. So sank etwa die Zahl der Versicherten in Hamburg von 291.000 auf 270.000 innerhalb von zwölf Monaten (Stichtag 1. Juli 2012), in anderen Bundesländern sah es ähnlich aus.

"Die Trendwende ist geschafft", sagte Janssen. Die Verluste resultierten hauptsächlich aus inzwischen abgeschlossenen Fusionen und Schließungen.

Kassen wie etwa die Securvita BKK (plus sieben Prozent Mitglieder in den ersten drei Quartalen 2012) oder BKK S-H (plus 2,6 Prozent) verzeichneten positive Entwicklungen.

Überzeugen wollen die Kassen auch durch eine stärkere Ausrichtung auf Prävention in den Unternehmen.

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