Berufspolitik

Bahr wirbt für Regionalität und Vielfalt

KIEL (di). Gesundheitsminister Daniel Bahr erwartet einen Wettbewerb der Länder um die besten Lösungen in der Gesundheitsversorgung. Die Grundlage habe der Bund mit dem Versorgungsstrukturgesetz, das mehr Kompetenz in die Länder verlagert, gelegt.

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"Nutzen Sie die Möglichkeiten", forderte Bahr die Akteure auf dem Kongress "Vernetzte Gesundheit" in Kiel auf. Er erwartet, dass Länder im Bestreben um gute Versorgungslösungen voneinander lernen.

Die Versorgungslandschaft wird nach seiner Ansicht wegen unterschiedlicher Bedingungen in den Regionen auch vielfältiger werden und damit gute Voraussetzungen für Wettbewerb bieten.

Gefordert sieht er nun neben den Akteuren in der Versorgung und in der Selbstverwaltung besonders die Landes- und Kommunalpolitik, die Anreize setzen müsse.

Von den Krankenkassen erwartet Bahr, dass sie die derzeit gute Finanzausstattung in der GKV für die Versorgung nutzen. "Die Krankenkassen sind nicht nur Verwalter der Versichertenbeiträge, sondern auch Gestalter der Versorgung", betonte Bahr in Kiel.

Dabei hält er ein Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen für sinnvoll: "Wenn wir nur auf den Kollektivvertrag setzen, ist er träge."

Starre Berufsdenken überwinden

An die Leistungserbringer appellierte Bahr erneut, sich besser zu vernetzen. Dies bezog er auf alle Gesundheitsberufe, die auch berufsübergreifend zu neuen Lösungen finden müssten - das starre Berufsdenken müsse überwunden werden, so Bahr.

Gastgeber Dr. Heiner Garg, Landesgesundheitsminister in Schleswig-Holstein, hält die von Bahr ausgerufenen Ziele in seinem Bundesland für realisierbar. Er verwies auf die bereits bestehende Vernetzung unter Ärzten.

Vom Bund erwartet der FDP-Politiker weitere Zuarbeit. Notwendig sei nun ein "Entbürokratisierungsgesetz". Damit ging Garg auf eines der auf dem Kongress am häufigsten genannten Hindernisse für die Versorgung ein. "Der Arzt gehört ins Behandlungszimmer, nicht in die Schreibstube", sagte Garg.

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