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Barmer GEK sieht auch Therapieerfolge

Wichtige und wirksame Innovationen sind Hauptkostentreiber in der Barmer GEK-BiIanz. Die Kasse hofft deshalb auf Erleichterungen durch das Sparpaket der Koalition.

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BERLIN (sun/HL). Zunächst hat es viel Lob gegeben: Die Ersatzkasse Barmer GEK findet, dass die Koalition mit dem Pharma-Sparpaket "auf dem richtigen Weg" sei. Darüber hinaus gebe es sogar "echte Therapiefortschritte" unter den neuen Arzneimitteln, die auf dem Markt sind. Die Kasse legte erstmals nach ihrer Fusion Barmer GEK den Arzneimittelreport vor, der nun auf Daten ihrer insgesamt 8,5 Millionen Versicherten basiert.

Allerdings hörten die guten Nachrichten auch alsbald auf: Besonders bei den Spezialmedikamenten ist nach Angaben der Barmer GEK ein "kräftiger Ausgabenanstieg" zu verzeichnen. Neue Arzneimittel gegen Rheuma, Krebs und Multiple Sklerose belasteten zunehmend die Budgets der Krankenkassen. Die Steigerungsraten der Top 20-Präparate 2009 bewegen sich bei der Barmer GEK fast durchweg zwischen zwölf und 25 Prozent.

"Sicherlich ist ein Teil dieser Steigerungsraten demografisch bedingt und durch Therapieerfolge auch gerechtfertigt", sagte Barmer GEK-Vize Rolf-Ulrich Schlenker. Gleichzeitig dürften die Ausgabensteigerungen nicht zu einer Überforderung der gesetzlichen Krankenversicherung führen. Innerhalb der GKV sei der Arzneimittelbereich seit 2000 jährlich um durchschnittlich 5,2 Prozent gewachsen. Arzthonorare und Klinikausgaben seien in der GKV im gleichen Zeitraum nur um etwa 3,1 beziehungsweise 2,8 Prozent gestiegen - trotz überdurchschnittlicher Zuwächse in den letzten beiden Jahren.

Professor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen sieht neben den "echten Innovationen auch fragwürdige Arzneimittel" in den Top-20: "Wir könnten mit Arzneimitteln sparen, wir können aber auch weiterhin an Arzneimitteln sparen." Er äußerte erhebliche Zweifel an dem Zusatznutzen manch angeblicher innovativer und viel verordneter Arzneimittel.

Im langfristigen Vergleich zeigt sich, wie stark sich die Struktur in der Arzneimittelversorgung verändert hat. Von den einstigen Umsatzrennern in der GKV, nimmt man die Daten des Arzneiverordnungsreports von 2001, sind nur noch Omep und Viani übrig geblieben. Andere einstige Spitzenreiter sind durch generischen Wettbewerb viel preiswerter geworden, oder sie sind, weil inzwischen rezeptfrei, aus der GKV-Bilanz herausgefallen. Dominierten früher Medikamente gegen Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen, so sind es heute Arzneimittel gegen rheumatoide Arthritis, MS, Krebs, COPD und Asthma. Zum großen Teil sind es innovative und auch teure Biologicals, die gegen solche Krankheiten mit einem hohen Mortalitätsrisiko und beachtlichem Verlust an Lebensqualität eingesetzt werden.

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