KV Rheinland-Pfalz

Bedarf an Psychotherapie nicht gedeckt!

KV-Vorstandsmitglied Staub wettert gegen die Bedarfsplanung – sie bremse auch Psychotherapeuten.

Veröffentlicht:

MAINZ. Dass der im Januar gewählte Vorsitzende der KV Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz, kein Freund der Bedarfsplanung ist, wurde spätestens auf der jüngsten Vertreterversammlung deutlich, auf der er ihre Abschaffung forderte.

Nun stärkt sein Vorstandskollege ihm den Rücken – und bezieht ausdrücklich Psychotherapeuten mit ein. "Für sie ist die Bedarfsplanung nicht mehr zeitgemäß", sagt Peter Andreas Staub, selbst Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

Dass Krankenkassen immer noch auf der Bedarfsplanung beharrten, kann Staub nicht nachvollziehen. Schließlich, so heißt es von Seiten der KV, sei es eine Tatsache, dass der Bedarf der Menschen an psychotherapeutischen Leistungen sehr hoch sei.

Oft sogar so hoch, dass Krankenkassen die Leistungen zu Kostenerstattungsbedingungen übernehmen würden, da die bestehenden Kapazitäten der niedergelassenen Psychotherapeuten nicht ausreichten.

Bedarfsplanung verhindere Niederlassung

Für Staub ist klar: Die Bedarfsplanung bildet die aktuelle Bedarfssituation nicht richtig ab, im Gegenteil – sie verhindere die Niederlassung neuer Psychotherapeuten. Auch das von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgeschlagene System der Bedarfsplanung geht dem Vorstandsmitglied der KV RLP nicht weit genug.

Vielmehr müssten die Bedarfe der Menschen ausschlaggebend sein und unbedingt berücksichtigt werden. Monetäre Gründe dürften nicht im Vordergrund stehen.

In diesem Zusammenhang zeigt sich Staub auch nicht zufrieden mit dem Ergebnis der Vergütung für die neuen psychotherapeutischen Leistungen. Die ursprünglich von der KBV geforderten 120 Euro für eine psychotherapeutische Sprechstunde seien angemessen gewesen, die jetzt vereinbarten rund 88 Euro seien hingegen "sehr unbefriedigend".

Auch die Strukturzuschläge, die Praxen, die viele Leistungen gleicher Art erbringen, begünstigen, seien nicht gerecht. "Wir sind guten Mutes, dass wir die Strukturzuschläge kippen können. Es gibt bereits erste Siege vor den Sozialgerichten", berichtet Staub. Deshalb habe die VV auch die Honorarbescheide ab dem vierten Quartal 2016 unter Vorbehalt gestellt. (aze)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert