Psychiatrie

Berliner Modell bekämpft Drehtüreffekt

Nicht in der Klinik, sondern zu Hause behandeln - das ist das Ziel eines psychiatrischen Modellvorhabens, das Vivantes und DAK in Berlin starten.

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BERLIN. In der Hauptstadt startet das erste Modellvorhaben nach Paragraf 64 b SGB V zur Versorgung psychisch kranker Kinder, Jugendlicher und Erwachsener.

Bundesweit gibt es bislang nur zwei Kinder- und Jugendpsychiatrien, die ein ähnliches Behandlungskonzept umsetzen. Im Jahr 2012 hatte der Gesetzgeber diese Möglichkeit für sektorenübergreifende Versorgungsmodelle im SGB V verankert.

Das Modellprojekt kann bis zu acht Jahre lang fortgeführt werden und wird wissenschaftlich extern evaluiert. Vivantes behandelt etwa die Hälfte aller stationären psychiatrischen Patienten in Berlin. Etwa jeder zehnte Patient davon ist bei der DAK Gesundheit versichert.

Aufsuchende Behandlung

Das gemeinsame Behandlungskonzept greift den Trend in der Psychiatrie auf, nach dem Patienten weniger hospitalisiert, sondern aufsuchend behandelt werden.

Mit dem Modellvorhaben soll flexibler und individueller auf die speziellen Erfordernisse bei der Behandlung psychiatrischer Patienten eingegangen und auch dem sogenannten "Drehtüreffekt" entgegengewirkt werden. Behandlungsabläufe sollen optimiert und das soziale Umfeld stärker einbezogen werden.

"Ein großer Teil der Betroffenen erhält immer noch keine angemessene Behandlung, obwohl unser Gesundheitsreport 2015 zeigt, dass die psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben. Unser Ziel mit diesem innovativen Ansatz ist es daher, längere Klinikaufenthalte zu vermeiden, die Betroffenen schnellstmöglich wieder fit für Familie und Job zu machen", sagte Anke Grubitz, Vertragsverantwortliche der DAK- Gesundheit.

Andrea Grebe, Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung, freute sich, dass "die Therapien jetzt noch individueller gestaltet werden können und sogar bei den Betroffenen und Familien zu Hause möglich werden". (juk)

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