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Bessere Versorgung durch neue Regeln - klappt nicht!

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Kann mehr Wettbewerb die Qualität der Kliniken erhöhen und die Kosten begrenzen? Eine Frage, die nicht nur in Deutschland kontrovers diskutiert wird. Für Österreich zeigt der Volkswirt Max Laimböck, das dort die soziale Krankenversorgung anderen europäischen Staaten hinterherhinkt.

Laimböck bringt als Autor Erfahrungen mit, die er in der Führung von Kliniken in Tirol und Salzburg sowie bei Arzneiherstellern in den USA gesammelt hat.

Die Mängel im österreichischen Gesundheitswesen sind an einer Hand aufzuzählen: Die Finanzierung der Pflege wird im Nachbarland nicht durch eine Pflegeversicherung, sondern aus staatlichen Budgets finanziert. Zwischen den Krankenkassen gibt es keinen Wettbewerb und die Verantwortung für die Krankenhausversorgung obliegt allein staatlichen Institutionen. Zudem gibt es kein Preissystem für Klinikleistungen, das die Effizienz oder Ineffizienz der Kliniken anzeigt.

Als Konsequenz, so der Autor, sei die gesetzliche Krankenversicherung geschwächt worden, verkümmerten die Krankenkassen zu Finanziers von Praxen und Apotheken, ohne Einfluss auf die ambulante und stationäre Versorgung nehmen zu können.

Politikern seien diese Defizite bekannt. Allerdings hofften sie auf eine bessere Versorgung durch Planwirtschaft. In Niederösterreich sei beispielsweise ein staatliches Kliniksystem nach dem Vorbild des britischen NHS eingeführt worden. Die Landesbehörde und die Klinikgesellschaft wurden miteinander verschmolzen. Aus Sicht des Volkswirtschaftlers ist ein solcher Schritt kein Ausweg aus der Krise. Laimböck ist vielmehr für einen regulierten Wettbewerb und belegt dies mit Beispielen aus den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und Skandinavien. (ine)

Die Zukunft des Österreichischen Gesundheitssystems von Max Laimböck, 2009, 44,95 Euro, Springer-Verlag Wien, ISBN 978-3-211-84789-3

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