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Petition

Besserer Zugang zu medizinischer Literatur

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung ist nur möglich, wenn Ärzte auf unabhängige Informationen zugreifen können. Dies sei in der Praxis bislang nicht sichergestellt.

Veröffentlicht:

Berlin. In einer Petition beim Deutschen Bundestag sprechen sich Wissenschaftler für eine bessere Verfügbarkeit medizinischer Veröffentlichungen aus.

Die Arbeitsgruppe Wissensmanagement im Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin hat eine Online-Petition eingereicht, in der sie eine „Gesamtstrategie für den Aufbau einer medizinischen Informations- infrastruktur“ fordern.

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung dürfe nicht am Zugang zur Evidenz scheitern, heißt es. Eine solche Gesundheitsversorgung benötige hochwertige, unabhängige Informationen „auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse“. Dies scheitere oft in der Praxis, da nur „die wenigsten medizinischen Berufsgruppen, Patienten und Bürger tatsächlich kostenfrei auf wissenschaftlich verlässliche Informationen zugreifen“ könnten, heißt es in einer Mitteilung des Netzwerks.

Zusammenarbeit von Fachleuten erschwert

In der Folge könnten Ärzte auch wichtige neue Studien nicht im Original lesen, Patienten sich nur eingeschränkt über Behandlungsmöglichkeiten informieren. Auch die Zusammenarbeit von Fachleuten bei der Erstellung von Behandlungsleitlinien werde durch restriktive Nutzungsrechte für wissenschaftliche Literatur erschwert.

Nach Darstellung der Initiatoren stellt sich die Situation in Ländern wie Norwegen, Großbritannien oder der Schweiz „deutlich besser“ dar. In Deutschland dagegen sei versäumt worden, die Zugangswege zu wissenschaftlicher Literatur weiterzuentwickeln.

Mitzeichnung bis 10. März möglich

So könnten beispielsweise Institutionen mit Aufgaben von öffentlichem Interesse Zugang zu wissenschaftlichen Bibliotheken erhalten. Auch für autorisierte externe Nutzer könnte der Zugriff auf die Bestände über gesicherte Verbindungen ermöglicht werden. Die Petition kann noch bis zum 10. März mitgezeichnet werden.

Bis Donnerstagnachmittag ist dies 720 Mal geschehen. 50 .000 Mitunterzeichner sind nötig, damit der Petitionsausschuss in einer eigenen Anhörung sich mit dem Thema auseinandersetzt. (fst)

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