Nutzen-Risiko-Bewertung

BfArM und PEI suchen Patientenkontakt

Arzneizulassungsbehörden wollen mehr auf die Expertise von Patientenvertretern zurückgreifen.

Veröffentlicht: 06.08.2015, 08:34 Uhr

BONN. Die Expertise von Patienten soll bei der Nutzen-Risiko-Bewertung mehr Gewicht bekommen - auch in den Gremien auf europäischer Ebene. Dafür setzen sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich Vertreter der beiden Arzneimittelzulassungsbehörden mit Interessenvertretern von Patientenorganisationen getroffen.

"Die individuellen Erfahrungen von Patienten stellen für die Zulassungsbehörden einen erheblichen Mehrwert dar. Diese Erfahrungen möchten wir bei der Arzneimittelbewertung nutzen", sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Professor Kaus Cichutek, nach dem Treffen.

Wie im Gemeinsamen Bundesausschuss haben Patientenvertreter auch auf europäischer Ebene die Möglichkeit, sich in Gremien zu beteiligen. Diese haben eine besondere Bedeutung, da sie die Nutzen-Risiko-Bewertung mit Blick auf die Zulassung von Arzneimitteln vornehmen, für die eine erhebliche therapeutische, wissenschaftliche oder technische Innovation nachgewiesen werden kann.

Vertreter von BfArM und PEI sind in allen maßgeblichen Ausschüssen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vertreten.

Zu den Organisationen, die an dem Treffen beteiligt waren, gehörten unter anderem der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Deutsche Behindertenrat sowie die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.

Bei dem Treffen wurde auch über die "Europäische Patientenakademie" gesprochen. Patientenvertreter können sich dort zur medizinischen Forschung und Entwicklung weiterbilden. Die Teilnehmer sollen so ihre Interessen in den Arzneientwicklungsprozess einbringen können.

Die Vertreter der Patientengruppen zeigten sich laut BfArM mit diesem ersten Treffen zufrieden. Es sei positiv, dass die beiden Zulassungsbehörden die Zusammenarbeit ausbauen wollten. Wie diese genau aussehen soll, müsse jetzt konkret geplant werden. (chb)

Mehr zum Thema

Versorgungslücke in der Pädiatrie

Bislang eher Rarität: Medikamente speziell für Kinder

„Bundesbericht Forschung und Innovation 2020“

Krebsforschung soll EU-weit Fahrt aufnehmen

„ÄrzteTag“-Podcast

Gentherapien und Co – Wunderwaffen oder Kostenfallen?

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Kinder-Versorgung steckt noch in den Kinderschuhen

Versorgungslücken

Kinder-Versorgung steckt noch in den Kinderschuhen

Störung in der Telematikinfrastruktur hält an

Arztpraxen

Störung in der Telematikinfrastruktur hält an

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden