Bürokratie frisst Geld für Krebstherapien auf

Schlechtes Zeugnis für das britische Gesundheitswesen: Krebspatienten werden auf der Insel schlechter versorgt als in anderen westlichen Staaten. Grund soll die überbordene Bürokratie sein.

Veröffentlicht:
NHS-Klinik in Norwich: Wegen der hohen Verwaltungsausgaben im britischen Gesundheitswesen fehlt es in der Onkologie.

NHS-Klinik in Norwich: Wegen der hohen Verwaltungsausgaben im britischen Gesundheitswesen fehlt es in der Onkologie.

© Jason Bye / epa / dpa

LONDON (ast). Krebspatienten in Großbritannien haben deutlich schlechteren Zugang zu Therapien als Krebspatienten in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern.

Außerdem liegt die Krebs-Mortalität "deutlich über dem Durchschnitt". Das stellten Experten in einer Studie zur onkologischen Versorgung im Königreich fest.

Wie die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) in ihrer Untersuchung heraufand, ist die Krebsmortalität in Großbritannien deutlich höher als in vergleichbaren anderen Ländern.

Die OECD verglich Daten aus 34 Ländern. Großbritannien schneidet dabei schlechter ab als Deutschland, Frankreich, Slowenien und die Tschechische Republik.

Interessant: die Organisation wies darauf hin, dass die Gesundheitsausgaben in Großbritannien in den vergangenen 15 Jahren zwar "deutlich stärker" gestiegen seien als in allen anderen vergleichbaren Ländern. Trotzdem habe sich die onkologische Versorgung in diesem Zeitraum aber nur unwesentlich verbessert.

"In Bürokratie investiert"

Besondere Versorgungslücken attestierten die Gutachter bei der Therapie von Brust- und Zervixkarzinom. Die OECD stellte fest, dass ein Großteil der von der früheren Labour-Regierung unter Tony Blair bereitgestellten Gesundheitsetatgelder "anstatt in die Patientenversorgung in die Bürokratie geflossen" sei.

Dem stimmte der amtierende Gesundheitsminster Andrew Lansley zu. "Anstatt dafür zu sorgen, dass die Steuermilliarden auf den Stationen und in den Praxen ankommen, um die Versorgung zu verbessern, verschwendete Labour Unsummen in den Verwaltungen", so Lansley in einem Beitrag für den "Daily Telegraph".

Laut aktuellen Zahlen des Londoner Gesundheitsministerium gibt der britische Gesundheitsdienst (National Health Service) 5,6 Prozent seines Etats für onkologische Versorgungsangebote aus.

Laut der britischen Organisation "Policy Exchange" sind liegen diese Quoten in Deutschland bei 9,6 Prozent, in Frankreich bei 7,7 und in den USA bei 9,2 Prozent.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Schlechte Karten für Krebspatienten

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an