Bundestag debattiert über Kostenerstattung

Veröffentlicht:

BERLIN (fst). Die Kostenerstattung ist am Freitagvormittag im Bundestag Thema einer mehr als einstündigen Debatte. Anlass ist ein Antrag der SPD-Fraktion, die sich gegen eine Ausweitung der Kostenerstattung in der GKV wendet.

Die SPD sieht darin "unverhohlene Lobbypolitik" für Fachärzte. Diese wollten sich "Qualitätsanforderungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen" der Kassen entziehen, um den Patienten "mit einer Privatrechnung direkt ins Portemonnaie zu greifen".

Dabei unterstellt die SPD, Ärzte würden Patienten etwa über schnelle Terminvergabe "unter Druck setzen, die Kostenerstattung zu wählen".

Die Fraktion sieht die Gefahr, "dass kranke Menschen, die Kostenerstattung gewählt haben, notwendige Arztbesuche verschieben, weil ihnen das Geld für die Vorkasse fehlt". Im Antrag heißt es, die Vorstellung, es gebe "eine Konsumentensouveränität im Behandlungszimmer" , sei "Illusion".

Die Koalition plant in der aktuellen Gesundheitsreform unter anderem, die Bindungsfrist von gesetzlich Versicherten für die Kostenerstattung von einem Jahr auf drei Monate zu verkürzen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Sozialverband VdK Deutschland (VdK) und der Vorstand des AOK-Bundesverbandes hatten vor der Kostenerstattung als "Kostenfalle" für Versicherte gewarnt.

Mehr zum Thema

Lehren aus der Vergangenheit

KBV: Bei Digitalisierung mehr auf die Praxen hören

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Selbstverwaltung

Vierte Amtsperiode des G-BA endet – und Hecken teilt aus

Lesetipps
Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft

In Japan dürfen nur Ärzte oder Pflegekräfte unter ärztlicher Aufsicht impfen.

© [M] David Inderlied / dpa / picture alliance / Springer Medizin Verlag

Strenge Regelungen

Blick über den Tellerrand: Japan ist konservativ beim Impfen

Die Ursache der Appendizitis des jungen Mannes war offenbar eine Aktinomykose, ausgelöst durch Actinomyces israelii, ein gram-positives anaerobes Bakterium, das als Kommensale in der Mundhöhle und auch im Gastrointestinaltrakt vorkommt.

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Untypisches Krankheitsbild

Kasuistik: Hinter dieser Appendizitis steckte ein Bakterium