Bundeswehr will für Ärzte mit mehr Geld attraktiver werden

BERLIN (bee). Die Bundeswehr will mit neuen Strategien gegen den Ärztemangel in der Truppe vorgehen. Nach dem Abschlussbericht einer internen Arbeitsgruppe, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt, sollen Ärzte mit mehr Gehalt und besseren Karrierechancen angelockt werden.

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Der Bundeswehr laufen seit Jahren die Ärzte weg: Rund 450 Planstellen sind unbesetzt, vor allem in der Chirurgie und Psychiatrie. So steht nur ein Psychiater für 4500 Soldaten zur Verfügung, während immer mehr Soldaten an einer PTBS leiden. Wenn der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe Mitte März seinen Wehrbericht 2009 vorstellt, kann erwartet werden, dass der Ärztemangel noch deutlicher wird.

Um den lange bekannten Mangel zu beheben, hat eine interne Arbeitsgruppe seit Dezember 2008 Vorschläge erarbeitet, wie der Dienst in der Truppe für Ärzte attraktiver werden könnte. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Personallage sich "insgesamt als weiterhin kritisch" darstelle. Außerdem sei "das Interesse junger und leistungsstarker Sanitätsoffiziere an einem Verbleib in der Bundeswehr nach wie vor zu gering". Auch die Anwerbung von Ärzten aus zivilen Kliniken sei nicht erfolgreich - es fehle oft an der Qualifikation.

Da viele Strukturveränderungen von der Haushaltslage abhängen, seien bisher nur "kostenneutrale" Vorschläge umgesetzt worden. Dazu gehört auch ein Tutorensystem für junge Sanitätsoffiziere. Um mehr Ärzte für den Auslandsdienst zu finden, soll es nun verstärkt Untersuchungen innerhalb der Truppe geben, wer für den Auslands- und Tropendienst eingesetzt werden kann. Wenn kurzfristig Personal ausfällt, soll es zu einer Poolbildung beispielsweise bei Rettungsmedizinern kommen. Es werde auch geprüft, ob dieser Pool auf das nicht-ärztliche Personal ausgedehnt werden kann.

Die Arbeitsgruppe schlägt weiter vor, die Führung der bisher fünf Bundeswehrkrankenhäuser zu zentralisieren. Eine grundlegende Neu-Strukturierung des Systemverbundes der Kliniken wird in dem Bericht als "sinnvoll" bezeichnet. Weiterer Vorschlag aus dem Abschlussbericht: Ärzte aus dem zivilen Bereich sollen mit Prämien angelockt werden.

Mehr Geld gibt es bereits jetzt für Sanitätsoffiziere: Rund 1200 Ärzte erhalten einen Zuschlag von 600 Euro. Die monatliche Zulage ist zunächst bis 2014 befristet und gilt für Fachärzte und Rettungsmediziner. Auch soll Sanitätsoffizieren nun bereits 18 Monate nach der Approbation eine Zusage für eine fachärztliche Weiterbildung gegeben werden - üblich waren vorher 36 Monate. Zudem wurden im laufenden Wintersemester die Medizinstudienplätze, die der Bundeswehr zur Verfügung stehen, von 190 auf 220 Plätze erhöht.

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