Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zu Gassen

Compliance und Professionalität

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Gut ein Jahr ist der Orthopäde Dr. Andreas Gassen im Amt des KBV-Vorsitzenden, und nun ereilt ihn seine Vergangenheit als Vorsitzender des Spitzenverbandes der Fachärzte (SpiFa). Tatsache ist, dass Gassen den freien Interessenverband bis vor wenigen Wochen geführt hat, seit seiner Wahl zum KBV-Vorstandsvorsitzenden das Verbandsamt aber hat ruhen lassen.

Mit Ausnahmen: Vereinsregisterangelegenheiten musste Gassen trotzdem erfüllen - und nun steht der Verdacht im Raum, in einen Interessenkonflikt mit seinen Pflichten als KBV-Chef geraten zu sein.

Auch wenn Gassen gestern in der Vertreterversammlung und quasi als Vorwärtsstrategie noch vor dem nichtöffentlichen Teil ziemlich schlüssig darlegte, was er in den vergangenen zwölf Monaten (noch) für den SpiFa getan und nicht getan hat und dass dies nicht den KBV-Interessen zuwider gelaufen sei - ein schlechter Nachgeschmack bleibt.

Der KBV-Vorsitz ist ein öffentliches Amt, der Inhaber vertritt dabei die Belange aller niedergelassenen Ärzte und Psychologischer Psychotherapeuten, die indirekt Zwangsmitglieder dieser Organisation sind. Hier ist schon der Anschein zu vermeiden, dass es zu einem Interessenkonflikt gekommen sein könnte.

In diesem Zusammenhang hat Dr. Ralph Ennenbach, einer der wenigen Nicht-Ärzte unter den KBV-Vertretern, auf die inhärente Stigmatisierung der ärztlichen Mandatsträger hingewiesen, die ja naturgemäß eine (fach-)ärztliche Herkunft haben und deswegen von ihren Kollegen nahezu zwangsläufig unter Verdacht gestellt werden, quasi angeborene Präferenzen in ihre Entscheidungen als Mandatsträger einfließen zu lassen.

Mehr Sensibilität in Compliance-Angelegenheiten würde vor Verdächtigungen schützen.

Auf einem anderen Blatt steht die Professionalität der Funktionäre, die die ambulante Gesundheitsversorgung gestalten und die Interessen von 164.000 Zwangsmitgliedern vertreten. Die Bilanz ist leider bitter: Wo es an nüchterner Analyse mangelt, blüht die Dämonisierung.

Mal sind es die Krankenhäuser, die in die ambulante Medizin einmarschieren, mal die Staatsmedizin oder die Shareholder. Aber am Ende das immer wieder zitierte "System", in dem sich Ärzte (oder vielleicht nur die Funktionäre?) geknechtet fühlen. Aber sind es nicht die Funktionäre, die das System mitgestalten?

Lesen Sie dazu auch: KBV-Chef Gassen: Zwischen Appell und Vorwärtsverteidigung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Dr. Wolfgang Bensch 11.05.201521:37 Uhr

Nüchtern betrachtet ...

der Funktionär seinen nach vielen Mühen erkämpften Platz mit der guten Dotierung und was sagt er sich?
Warum soll ich diesen tollen Job "mitgestaltend" riskieren ... der Gesetzgeber will es so ... nie gehört, Herr Laschet?

Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München

Musculoskeletal injuries in recreational and competitive sports

Accelerating the resolution of inflammation in a natural way

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Heel GmbH, Baden-Baden
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann

Wohlbefinden stärken

Wie sich psychische Erkrankungen im Praxisteam vorbeugen lassen

Virushepatitis im Urlaub

Hepatitis auf Reisen: Wie schützen und wen?

Lesetipps
Frau mit Restless-Legs-Syndrom liegt im Bett und wackelt mit den Beinen.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Einzelne Bilder von Lebensmitteln die reich an Histamin sind.

© PhotoSG / stock.adobe.com

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen