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Lebensmittel-Skandal

Das sind die neuesten Entwicklungen im Fall Wilke

Ein Ultimatum läuft ab, Behörden haben Infos zu zurückgerufenen Produkten veröffentlicht, Ikea hatte Aufschnitt im Restaurant und die Konkurrenz fordert deutschlandweite Standards: das Neueste im Wilke-Skandal.

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Heruntergelassene Rolltore des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen.

Heruntergelassene Rolltore des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen.

© Uwe Zucchi / dpa

Korbach/Kassel/Berlin. Im Fall des nordhessischen Wurstherstellers Wilke läuft am Dienstag das Ultimatum der Verbraucherorganisation Foodwatch ab. Diese hatte am Sonntagmittag einen Eilantrag an hessische Behörden gestellt, binnen maximal 48 Stunden die Namen der vom Rückruf betroffenen Produkte und Verkaufsstellen herauszugeben. Diese Forderung sehe man bisher nicht erfüllt, sagte Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ob der Klageweg Sinn macht, wollte Foodwatch noch prüfen.

Eine Liste wie Foodwatch sie fordert, gibt es laut dem Land Hessen aber nicht. Wilke habe nur die Namen der direkten Kunden wie Großhändler - an welche Einzelhändler die Waren gingen, sei durch mehrere Vertriebsstufen nicht nachvollziehbar. Behörden haben aber mittlerweile auf dem Portal „lebensmittelwarnung.de“ eine Liste Hunderter betroffener Produkte veröffentlicht. Auch die Namen der Handelsmarken mit Wilke-Fleisch wurden bekannt gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung im Fall Wilke. Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Behörden hatten den Betrieb mit 200 Mitarbeiter in Twistetal-Berndorf vor einer Woche geschlossen. Mehrfach waren dort Listerien-Keime im Waren entdeckt worden. Seitdem läuft ein weltweiter Rückruf aller Wilke-Produkte.

Ikea bestätigt Foodwatch-Meldungen

Auch das Möbelhaus Ikea hatte Wurst von Wilke vertrieben. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Ikea war am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke informiert worden und habe „den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus Restaurant, Schwedenshop und Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Deutschlandweite Standards gefordert

Unterdessen hat sich Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies für eine Neuaufstellung der Lebensmittelüberwachung ausgesprochen. „Wir brauchen einheitliche Standards und mehr Objektivität“, sagte Clemens Tönnies, der geschäftsführende Gesellschafter, in einem „Welt“-Interview.

Derzeit gebe es in nahezu jedem Landkreis andere Vorgaben und Regelauslegungen. Das könne auf Dauer nicht funktionieren. Tönnies forderte stattdessen eine zentrale Instanz. „Da kann und will ich keine Lösung vorgeben. Das ist allein Sache der Behörden.“ (ajo mit dpa-Material)

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