Studie

Depressionen im Altenheim oft nicht erkannt

Eine neue Studie soll helfen, Depressionen bei Heimbewohnern schneller zu erkennen.

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FRANKFURT/MAIN. Jeder siebte Bewohner eines Alten- oder Pflegeheims in Deutschland leidet an einer Depression, die in den meisten Fällen jedoch unerkannt und somit unbehandelt bleibt.

Um die Situation Betroffener zu verbessern, startet im Dezember ein bundesweit einzigartiges Projekt, das am Montag am Campus Westend der Goethe-Uni vorgestellt worden ist.

Das unter Leitung des Instituts für Allgemeinmedizin, Arbeitsbereich Altersmedizin, ins Leben gerufene Forschungsprojekt DAVOS („Depression im Altenpflegeheim: Verbesserung der Behandlung durch ein gestuftes kollaboratives Versorgungsmodell“) verfolgt zwei Ziele: In einem ersten Schritt werden in zehn Frankfurter Heimen mit insgesamt 1250 Plätzen Pflegekräfte zu sogenannten Case-Managern ausgebildet, die anhand standardisierter Screenings eruieren, wie viele Bewohner an depressiven Symptomen leiden.

In einem zweiten Schritt erhalten die Betroffenen in Einzel- und Gruppengesprächen eine fachärztliche Psychotherapie. Auf diese Weise will man langfristig sowohl die Prävalenz von Depressionen in Altenpflegeheimen senken als auch den Schweregrad der depressiven Symptomatik insgesamt herabsetzen.

„Seelische Gesundheit braucht Öffentlichkeit“, sagte der Arzt, Kabarettist und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen als Gastredner beim Auftakt in Frankfurt und wies darauf hin, dass gerade die Suizidrate unter Männern mit dem Alter dramatisch steigt.

Dr. Valentina Tesky, eine der Initiatorinnen des Projekts, das vom Gemeinsamen Bundesausschuss für drei Jahre mit insgesamt 1,4 Millionen Euro gefördert wird, erklärte, dass nur die Hälfte jener Altenpflegeheimbewohner, die überhaupt die Diagnose Depression erhalten, auch adäquat behandelt würden. (smi)

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