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Wegen Corona

Deutlich weniger Überweisungen an Onkologen in Großbritannien

Britische Ärzte fürchten, dass in Folge der COVID-19-Pandemie tausende Krebsdiagnosen entweder gar nicht oder viel zu spät gestellt werden.

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London. Die Angst vor COVID-19 hält offenbar viele Patienten in Großbritannien davon ab, zum Hausarzt zu gehen, auch wenn sie sich krank oder unwohl fühlen. Das sorgt die Ärzteschaft.

Wie aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Londoner Gesundheitsministeriums hervorgeht, sind zum Beispiel Krebspatienten, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen, aus Angst vor einer COVID-19-Infektion deutlich weniger geneigt, frühzeitig hausärztliche Hilfe und eine Überweisung an einen Onkologen zu suchen.

So kamen laut Londoner Gesundheitsministerium im Juni 2020 landesweit 153 .134 Patienten des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) zum Hausarzt, weil sie entweder Symptome oder den Verdacht auf Krebs hatten, bevor der Hausarzt sie dann weiter zu einem Onkologen überwies. Im Juni 2019 vor der Pandemie waren es noch 194 .000 Patienten.

Britischer Ärztebund ist alarmiert

Sowohl der britische Ärztebund (British Medical Association, BMA) als auch britische Patientenverbände zeigten sich alarmiert. Zumal die Zahl der für eine Routineoperation ins Krankenhaus eingelieferten Patienten im Juni 2020 im Vergleich zum Vergleichsmonat des Vorjahres um drastische 67 Prozent niedriger war.

„Das ist eine schlimme Entwicklung und es gefährdet tausende Patientenleben“, so ein Sprecher der Organisation „Macmillan Cancer Support“ (MCS). „Diese Zahlen deuten darauf hin, dass als Folge der COVID-19-Pandemie tausende Krebsdiagnosen entweder gar nicht oder viel zu spät gestellt werden. Das kann sich unter Umständen sehr negativ auf die Überlebenschancen dieser Patienten auswirken.“ MCS kümmert sich um die Belange von Krebspatienten.

In Großbritannien wurden im Frühjahr zehntausende Operationen kurzfristig von den NHS-Kliniken abgesagt, um zusätzliche freie Kapazitäten für COVID-19 Patienten zu schaffen. Folge: Im Juni 2020 warteten landesweit 1,85 Millionen NHS-Patienten länger als 18 Monate auf einen Eingriff. Das ist ein neuer Negativrekord. (ast)

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