Aufgabe für Ärzte

Deutsche sind gesundheitsinkompetent – wie ändern?

Die meisten Patienten verstehen nicht, was ihnen ein Arzt sagt, so eine Umfrage. Bei einer KBV-Diskussion sind verschiedene Lösungen auf den Tisch gekommen: von einer Medizinstudiumsreform bis zum Schulfach Gesundheit.

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Häufig haben Patienten keinen Schimmer, was ein Arzt ihnen erklärt: Wie macht man die Bürger kompetenter im Bereich Gesundheit?

Häufig haben Patienten keinen Schimmer, was ein Arzt ihnen erklärt: Wie macht man die Bürger kompetenter im Bereich Gesundheit?

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BERLIN. Ärzten fällt bei der Gesundheitsaufklärung der Bevölkerung der entscheidende Part zu. Darauf hat Professorin Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld heute in Berlin verwiesen.

Enormer Bedarf an verständlichen Infos

Mehr als 54 Prozent der Menschen in Deutschland verstehen nicht, was ihr Arzt ihnen sagt. Auch bei Chronikern wächst mit dem Verlauf der Krankheit das Verständnis dafür nicht zwingend mit. 73 Prozent der chronisch kranken Menschen entwickelt gar keine Expertise für die eigene Gesundheit.

Das sind Erkenntnisse aus einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung der Universität Bielefeld, die in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin diskutiert wurden.

Nach wie vor sind Hausärzte die wichtigsten Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. Das Internet folgt demnach nach Fachärzten und Familienmitgliedern auf Platz vier.

Zehn Milliarden Euro Sparpotenzial?

Legt man die Daten für Österreich zugrunde, kommt mangelnde Gesundheitskompetenz die Gesellschaft teuer zu stehen. Drei bis fünf Prozent der Behandlungskosten ließen sich bei einer Ertüchtigung der Bevölkerung in Gesundheitsfragen einsparen, berichtete eine Vertreterin des österreichischen Gesundheitsministeriums. In Deutschland wären das bis über zehn Milliarden Euro im Jahr.

Schaeffer kündigte ein von der Robert Bosch-Stiftung und dem AOK-Bundesverband erarbeitetes Modell für einen Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz für das kommende Frühjahr an.

Nicht dazugehören wird wohl ein Schulfach Gesundheit in den Schulen. Dem hat Staatssekretär Lutz Stroppe eine deutliche Absage erteilt. Gesundheitsbildung sei Sache der Prävention in Lebenswelten, also der Kassen. Die Regierung setzt zudem auf das Nationale Gesundheitsportal, dessen Machbarkeit derzeit vom IQWIG geprüft wird. Dritter Baustein der Regierungsstrategie sei die Verankerung von Gesprächskompetenz im Medizinstudium. (af)

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