Deutschland, einig Vaterland im Stress

BERLIN (ami). Stress ist eines der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts. Diese Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt auch für Deutschland. Das bestätigt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse (TK).

Veröffentlicht:

Jeder dritte Deutsche fühlt sich häufig oder dauernd unter Druck. Stressfaktor Nummer eins ist die Arbeit. Hauptursachen sind Termindruck und Hetze, ständige Erreichbarkeit, ungenaue Vorgaben und ein zu hohes Arbeitspensum. Überstunden, unregelmäßige Arbeitszeiten und Heimarbeit erhöhen den Stresspegel. Noch stärker gestresst als Manager sind aber Hausfrauen. Sie leiden nicht nur unter Dauerdruck, sondern zusätzlich unter mangelnder Anerkennung und finanziellen Sorgen.

Auch die Pflege von Angehörigen nennt bereits jeder Zehnte als Stressfaktor. Schüler und Studenten beklagen Leistungsdruck und Prüfungsstress. Das sind die zentralen Ergebnisse der repräsentativen Umfrage der TK in Kooperation mit Forsa und dem F.A.Z.-Institut.

"Kaum jemand kann noch richtig abschalten, und dieses Leben auf Standby macht die Menschen krank", sagte TK-Chef Professor Norbert Klusen gestern in Berlin. Beschäftigte in Deutschland waren laut TK 2008 insgesamt fast zehn Millionen Tage wegen Burnout-Symptomen krankgeschrieben. Mehr als 3000 TK-Versicherte nahmen 2008 deshalb stationäre Reha in Anspruch.

Der Studie zufolge leiden Menschen unter Dauerstress zudem deutlich häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Stimmungstiefs, Angstzuständen oder Schlafstörungen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zwei Drittel klagen über Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, mehr als die Hälfte über Erschöpfungszustände.

Auch Pflege von Angehörigen belastet viele Menschen.

Niedergelassene Ärzte können ihren Patienten helfen, den Stress in den Griff zu bekommen. "Es ist Aufgabe des Arztes, den Magenschmerz zu hinterfragen", sagt die TK-Ärztin Dr. Sabine Voermanns. Zur Unterstützung hält die TK Informationsbroschüren zur Stressbewältigung bereit und bietet zusammen mit dem Institut für Burnout-Prävention Hamburg Kurse zur Stressbewältigung an.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps