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"Die Debatte zeigt, dass Fachärzte nötig sind"

Die meisten Termine beim Facharzt sind geplant. Die Verbände der Spezialisten versuchen, die Debatte zu entschärfen.

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BERLIN (HL). "Die AOK schießt derzeit aus allen Rohren und damit über das Ziel hinaus" - mit diesen Worten kommentiert Dr. Andreas Gassen, der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Facharztverbandes (DFV), die Ergebnisse einer Umfrage über ärztliche Arbeitszeiten und Wartezeiten insbesondere auf Facharzt-Termine.

Die Unterstellung, Fachärzte arbeiteten zu wenig, sei unsachlich. Die Verknüpfung mit Wartezeiten auf Termine beim Spezialisten sei falsch.

Der DFV begrüßt es, dass Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zu der Erkenntnis gelangt ist, dass nicht der Gesetzgeber, sondern Ärzte und Krankenkassen die Terminproblematik lösen müssten.

Gassen: AOK soll zur Sachdiskussion zurückkehren

Die Debatte belege aber, dass Fachärzte in der ambulanten Versorgung notwendig seien. Gassen forderte die AOK auf, zur Sachdiskussion zurückzukehren, damit die Patientenversorgung konstruktiv gestaltet werden könne.

Der DFV weist auch die Behauptung zurück, die Spezialisten kümmerten sich bevorzugt um Privatpatienten. Tatsächlich seien von den durchschnittlich 900 Patienten, die ein Facharzt im Quartal behandelt, nur fünf Prozent privat versichert.

Krankenhäuser könnten keinen Facharzt-Standard garantieren

Das heißt: "Wenn eine zeitnahe Terminvergabe scheitern sollte, dann liegt das eher an der hohen Zahl der Kassenpatienten", so Gassen. Die Praxen müssten als Garant einer wohnortnahen Versorgung gestärkt werden.

Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) hält es für unrealistisch, dass Patienten alternativ zu niedergelassenen Fachärzten auch in Krankenhäusern ambulant behandelt werden könnten. Krankenhäuser könnten vor allem keinen Facharzt-Standard garantieren.

"Facharztpraxen sind keine Supermärkte"

Im internationalen Vergleich habe Deutschland geringe Wartezeiten beim Facharzt, so GFB-Vorsitzender Dr. Siegfried Götte. Richtig sei allerdings, dass sich Ad-Hoc-Termine nur bei Akut- oder Notfallpatienten realisieren ließen, so Götte.

"Facharztpraxen sind eben keine Supermärkte, die von jedem und zu jeder Zeit beansprucht werden können", sagte Götte. In der Regel machten Akut- und Notfallbehandlungen nur einen kleinen Teil der fachärztlichen Inanspruchnahme aus.

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