Kommentar – Umfrage des MB

Dilemma der Digitalisierung

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Zehn Milliarden Euro in sechs Jahren nur für die Digitalisierung der Kliniken? Die Forderungen des Marburger Bundes nach seiner Mitgliederbefragung zum Stand der Digitalisierung auf Station zeigen ein großes Dilemma auf: Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden allerorten auf Kongressen und Messen in den schönsten Farben gemalt.

Aber im Alltag scheitert die Umsetzung dann an veralteter Hardware und fehlenden Schnittstellen, aber auch am Beharrungsvermögen alter Strukturen und am mangelndem Bewusstsein in den Geschäftsleitungen der Krankenhäuser.

Geld allein wird die Ärzte in den Kliniken nicht glücklich machen. Neue Geräte machen noch keine neuen Prozesse, sie sind höchstens die Voraussetzung dafür. Wenn Daten auf Visite elektronisch erfasst werden können, aber "zur Sicherheit" dann nochmals auf Papier dokumentiert werden sollen, zeigt das, wie weit der Weg ist, den die Organisation Krankenhaus bis zu einer effizienten Digitalisierung gehen muss.

Damit Wunsch und Wirklichkeit sich in digitalen Prozessen einander annähern, brauchen alle einen sehr langen Atem, nicht nur die Finanzminister. Das Beispiel der Telematikinfrastruktur zeigt das allzu deutlich. Die elektronische Patientenakte lässt immer noch auf sich warten.

Lesen Sie dazu auch: Umfrage des Marburger Bundes: Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird