Prävention und Reha

Ein Doppelpack, der sich auszahlt

Über Prävention nachzudenken, wenn der Beschäftigte bereits zum Reha-Fall geworden ist, kommt teuer. Nötig ist einerseits Reha-Forschung, andererseits stärkere Vernetzung der Akteure in Prävention und Reha.

Von Susanne Werner Veröffentlicht:

KARLSRUHE. Ärzte, Therapeuten und andere Akteure aus der Rehabilitation sollten sich intensiver mit Betrieben und Sozialversicherungsträgern vernetzen.

Denn über eine intensivere Zusammenarbeit lassen sich frühzeitiger jene erreichen, die Reha-Leistungen brauchen. Wie Vernetzung mit der Arbeitswelt noch besser gelingen kann, war eines der zentralen Themen beim Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium in Karlsruhe.

Dr. Axel Reimann, Direktor der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, sieht eine kontinuierliche Reha-Forschung als unerlässlich an, um die Reha-Leistungen an die neuen Herausforderungen wie etwa die Rente mit 67 anzupassen.

Zwar wird das Reha-Budget künftig um eine demografische Komponente ergänzt, dennoch bleibe der finanzielle Spielraum eng. Reimann verwies auf den Firmenservice der DRV, der aktuell ausgebaut werde.

Firmenberater der Rentenversicherungsträger stehen vor Ort bereit und informieren Arbeitgeber zu den betriebsnahen Präventionsleistungen, zur Rehabilitation, zur Altersvorsorge sowie zur Arbeitnehmergesundheit.

Hubert Seiter, Vorsitzender der Geschäftsführung der DRV Baden-Württemberg, plädierte dafür, mehr in eine "zugehende Prävention" zu investieren.

Wenn Reha-Angebote greifen, bevor sich Krankheiten ausgeprägt haben, lohnten sie sich doppelt, erklärte Seiter. Schließlich ließen sich dadurch spätere Reha-Leistungen vermeiden und Beitragseinnahmen sichern.

Patienten nicht einfach wieder an den Arbeitsplatz zurückschicken

Professor Nico Dragano, Medizinsoziologe aus Düsseldorf, sieht in einer engen Kooperation neue Chancen für die Reha: "Wenn Arbeitnehmer erkranken und in eine Reha gehen, merken die Arbeitgeber, dass sie ein Problem haben. Die Rehabilitation eines Beschäftigten kann der Einstieg in die betriebliche Prävention sein."

Problematisch sei es, gerade genesene Arbeitnehmer nach einer Reha wieder in jene Arbeitsverhältnisse zurückzuschicken, die sie krankgemacht haben.

Er empfahl den Reha-Praktikern, die Kontakte mit den Arbeitgebern für den Aufbau der eigenen präventiv-ausgerichteten Reha-Konzepte zu nutzen. Professor Mathilde Niehaus, Reha-Wissenschaftlerin aus Köln, forderte ebenso zu einem proaktiven Vernetzen mit den Arbeitgebern auf.

"Kooperieren ist eine Kernfähigkeit zukunftsträchtiger Unternehmen", sagte sie. An der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Reha-System besteht aus ihrer Sicht noch erheblicher Koordinationsbedarf. Es mangelt insbesondere an einem strukturell verankerten inhaltlichen Austausch.

Zum Meinungsaustausch gekommen war auch Professor Götz W. Werner, Gründer der Drogeriemarkt-Kette dm. Die zentrale Botschaft des Unternehmers: "Wertschätzung ist die beste Prävention."

Entscheidend sei, dass die Menschen lernten, ihr Leben sinnvoll zu gestalten. Eine Aufgabe der Rehabilitation sei es, ihre Patienten in einer bewussten Lebensgestaltung zu unterstützen.

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