Kommentar zur Patientenbeauftragten

Ein Job mit viel Perspektive

Von Ilse Schingensiepen Veröffentlicht:

Mit der Berufung einer Patientenbeauftragten hat die nordrhein-westfälische Landesregierung im vergangenen Jahr offensichtlich den richtigen Schritt getan.

Die Resonanz auf das Angebot zeigt: Viele Menschen brauchen Unterstützung, weil sie sich im Gesundheitssystem und seinen oft undurchschaubaren Regelungen nicht zurechtfinden.

Es ist wichtig, dass die Patientenbeauftragte konkrete Hilfe gewährt, wenn Krankenkassen, Ärzte oder Krankenhäuser Menschen mit ihren Anliegen im Regen stehen lassen, ihnen Leistungen oder Informationen verweigern. Die Einzelfälle, die Eleftheria Lehmann in ihrem ersten Tätigkeitsbericht schildert, sind zum Teil hanebüchen.

So schlimm sie auch sind - solche Vorfälle wird es immer geben, egal, ob es besondere Fürsprecher für Patienten gibt oder nicht. Genauso wichtig ist deshalb ein weiterer Aspekt des neuen Amts: Die Berichte einer Vielzahl von Patienten und Angehörigen vermitteln einen Überblick über die strukturellen Defizite im Gesundheitssystem.

Wenn der oder die Patientenbeauftragte öffentlich den Finger in die Wunden legt, kommen die verantwortlichen Akteure vielleicht nicht mehr daran vorbei, die häufig schon bekannten Schwachstellen zu beseitigen. Davon profitieren alle Patienten.

Lesen Sie dazu auch: Ein Jahr Patientenbeauftragte: Der ahnungslose Patient

Mehr zum Thema

Städte und Landkreise

Das lokale Corona-Infektionsgeschehen im Vergleich

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Moderna oder BioNTech? Die beiden mRNA-Impfstoffe nehmen sich nichts. Momentan ist jedoch weiterhin mehr Moderna im hiesigen Markt.

© DEBBIE HILL / newscom / picture alliance

Impfstoff-Versorgung

Corona-Impfkampagne: Etwas mehr BioNTech, Moderna länger haltbar

Die Antikörperkombination Casirivimab / Imdevimab zur Behandlung und Prophylaxe von COVID-19 ist bei einer Infektion mit der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 vermutlich deutlich weniger wirksam als bisher.

© picture alliance/dpa

Omikron-Welle

PEI und BMG: Wirksamkeit von Ronapreve® bei Omikron reduziert