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„Diese Pandemie ist nicht die letzte“

Entwicklungsminister Müller: WHO zum „Weltpandemiezentrum“ ausbauen

US-Präsident Donald Trump hat die Zahlungen an die WHO gestoppt. Bundesentwicklungshilfeminister Müller kontert – und plädiert für den Ausbau der Organisation.

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Berlin. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller plädiert dafür, die Weltgesundheitsorganisation WHO zu einer Art Weltpandemiezentrum auszubauen. „Diese Pandemie ist nicht die letzte“, warnte der CSU-Politiker am Samstag im Deutschlandfunk. Und für einige afrikanische Länder berge die aktuelle Coronavirus-Pandemie Risiken bis hin zum „Staatsverfall“.

Man müsse neue Gesundheitsgefahren schnell erkennen und die Beschaffung von Medikamenten und Impfkampagnen weltweit koordinieren. „Dafür hat die WHO gute Voraussetzungen und ist die Organisation“, sagte Müller.

Müller: Mehr Staatsmittel für die WHO

Er hoffe, dass Washington das auch einsehe, „nachdem dieses Virus gerade in den USA so massiv die Bevölkerung“ treffe. „Die Strukturen der WHO sind weltweit funktionsfähig.“

US-Präsident Donald Trump hatte die Finanzierung der WHO eingestellt und der Organisation „Chinahörigkeit“ vorgeworfen. Müller regte als Konsequenz an, die WHO stärker staatlich zu finanzieren und von Spenden unabhängiger zu machen.

Zudem müsse man Menschen- und Tiergesundheit in einem Ansatz vereinen und mit den besten Forschern international angehen. Das Coronavirus SARS-CoV-2 sei vom Tier auf den Menschen gesprungen und es gebe mindestens 40 derart gefährlicher Viren. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen.

Nur 100 Intensivbetten wir 109 Millionen Einwohner

Mit ihrer bestehenden Gesundheitsstruktur hätten viele afrikanische Länder keine Chance, das Virus zu bekämpfen, sagte der CSU-Politiker. So habe Äthiopien mehr Einwohner (109 Millionen) als Deutschland (83 Millionen), aber nur 100 Intensivbetten. Bei einer Ausbreitung des Virus wie in Deutschland könne es dort Hunderttausende Tote geben.

Die Regierungen in Afrika hätten aus den Ebolavirus-Epidemien Konsequenzen gezogen und man könne bei der Coronavirus-Pandemie auf den Einfluss des Klimas und der Altersstruktur hoffen.

Doch es gehe in Afrika nicht nur die um die Bekämpfung der Pandemie. „Es erwachsen daraus Spannungen, Unruhen, Hunger, bis hin zur Gefahr des Staatsverfalls in bestimmten Regionen“ wie dem Sahel, so Müller. (dpa)

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